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Infopunkt 6

Streuobstwiesen

Heimisches Obst war früher, vor allem im Winter ein wichtiges Lebensmittel. Es wurde auf vielfältige Weise haltbar gemacht: durch Kochen, Trocknen, als Most oder Kraut. Die unterschiedliche Verwendung und die größtenteils regionale Verbreitung haben zu einer großen Sortenvielfalt geführt: so waren vor 100 Jahren in Deutschland über 1000 Apfelsorten bekannt.
Streuobstwiesen bieten jedoch nicht nur Nahrung für den Menschen, sondern auch einen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Ein bekanntes Beispiel ist der Steinkauz. Dieser nutzt die vielen Höhlen alter Obstbäume als Nistmöglichkeit. Bei Fehlen solcher natürlichen Baumhöhlen nutzen Steinkäuze alternativ auch Nistkästen oder –röhren.

Obstwiese auf der Königshovener Höhe

Obstwiese alter Rheinischer Sorten, Bergheim
Heute sind viele der Apfelsorten in Vergessenheit geraten, nur wenige Züchtungen haben Einzug in den modernen Erwerbsanbau gefunden. Die früher allgegenwärtigen Streuobstwiesen verschwinden allmählich aus unserer Landschaft und mit ihnen die alten Sorten. Dabei hat das Rheinland eine ganz eigene spezielle Tradition: hier lebten und wirkten im 19. Und 20. Jahrhundert berühmte Apfelzüchter . Auf dieser neu angelegten Streuobstwiese hat Dr. Rieve zusammen mit der Rekultivierungsabteilung der RWE Power AG besonders früher im Rheinland verbreitete und heute seltene Sorten angebaut, um sie und ihr genetisches Potenzial vor dem Aussterben zu bewahren. Hier wachsen z.B. die Grevenbroicher Knorpelkirsche, die Dycker Schmalzbirne und die Apfelsorten Eifeler Rambour, Rheinlands Ruhm, Creo, Uhlhorns Augustcalvill und Zuccalmaglio Renette.