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Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnattern erreichen eine Länge von etwa 1m, wobei die Weibchen meist größer werden als die Männchen. Die Körperoberseite ist gräulich oder bräunlich, die Unterseite grau mit schwarzen Flecken (individuelles Erkennungsmerkmal). Charakteristisch sind die beiden gelben, halbmondförmigen Flecken im Nackenbereich.

Ringelnatter:

Diesers Tier wurde zusammengerollt unter einem Schlangenbrett gefunden (Photo: Haus der Natur - Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss).

Lebensraum

Als typische Wassernatter ernährt sich die Ringelnatter überwiegend von Amphibien und Fischen. Sie lebt in Gewässernähe, an Fluss- und Seeufern, in Feuchtwiesen, Mooren und Sümpfen.
Als scheuer Jäger benötigt sie Bereiche mit dichter Vegetation, die ihr ausreichend Deckung bietet, vegetationsarme Stellen zum Sonnen sowie geeignete Überwinterungs- und Eiablageplätze. Ringelnattergelege bestehen aus bis zu 40 Eiern, die an warmen und geschützten Stellen wie Kompost-, Mist- und Laubhaufen (Gärhaufen), Schilf oder alte Baumstümpfe abgelegt werden. Den Winter verbringen Ringelnattern in Erdhöhlen und hohlen Baumstümpfen im Winterschlaf, der zumeist von Oktober bis April dauert.
Die Ringelnatter ist fast in ganz Europa verbreitet und zählt in Deutschland zu den häufigsten Schlangenarten. Doch vor allem durch den Verlust ihrer Lebensräume (Auen und Feuchtwiesen) ist diese Art inzwischen selten geworden. In NRW gilt sie als stark gefährdet, in der Niederrheinischen Bucht ist sie vom Aussterben bedroht.

Auwald:

Auwälder, die der Dynamik des Flusses unterliegen, sind heute nur noch in Relikten erhalten. Mit ihrem Lebensraum verschwand an befestigten oder kanalisierten Flüssen oft auch die Ringelnatter.

Artenschutzmaßnahmen

Nachdem bei der 2003 durchgeführten rekutlivierungsweiten Amphibienkartierung auf der Sophienhöhe mit ihren zahlreichen Gewässer sehr hohe Amphibiendichten festgestellt wurden, kam der Gedanke auf, dass die Sophienhöhe ein guter Lebensraum für die Ringelnatter sein könnte. Bereits im Jahr 2004 wurde von Frau Dr. Birgit Blosat eine Studie über die Habitateignung der Sophienhöhe als potenzieller Ringelnatter-Lebensraum durchgeführt. Wichtigstes Ergebnis war, dass diese prinzipiell gegeben ist – insbesondere rund um die vielen Teiche. Deutlich wurde bei dieser Betrachtung, dass vor allem Sonnenplätze im Minimum sind. Daher wurden in 2005 an 9 Teichen der Süd- und Westböschung die Ufer freigestellt. Zusätzlich wurden Gärhaufen angelegt, die ein bevorzugter Ruhe- und auch potenzieller Eiablageplatz sind.
Bei der ursprünglichen Projektplanung wurde noch davon ausgegangen, dass Tiere aktiv auf der Sophienhöhe angesiedelt werden müssen. Diesbezüglich wurde bereits Kotakt mit Mitarbeitern der Biologischen Station im Rhein-Kreis-Neuss aufgenommen, die seit Jahren ein Ringelnatterprojekt betreiben. Die Recherchen von Frau Dr. Blosat haben jedoch gezeigt, dass es möglicherweise am Fuße der Sophienhöhe im Bereich Stetternich noch rezente Vorkommen der Ringelnatter gibt. In der Zwischenzeit liegt auch ein Bericht aus der alten Ortslage Lich-Steinstrass vor, der darauf hindeutet, dass auch hier möglicherweise noch Ringelnattern vorkommen. Aus diesem Grund wird nun zunächst in den kommenden Jahren versucht, durch das Auslegen und Kontrollieren von so genannten Schlangenbrettern möglicherweise bereits vorhandene Ringelnattern nachzuweisen. Die Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung werden ebenfalls fortgesetzt.

Artenschutzmaßnahme:

Der Uferbereich des kleinen Teiches wurde freigestellt (Sonnenplatz) und ein Gärhaufen zur Eiablage angelegt. Daneben ist ein Schlangenbrett zu erkennen.

Ergebnisse und Ausblick

Bisher konnten noch keine Ringelnattern unter den Schlangenbrettern nachgewiesen werden, lediglich Blindschleichen nutzten diese als Versteckmöglichkeit (Stand: 31.12.2008). In 2009 wurden zusätzlich Teerpappenstücke sowie speziell profilierte Aluminiumbleche ausgelegt. Untersuchungen in anderen Regionen haben gezeigt, dass vor allem die Aluminiumbleche in hohem Maße von Ringelnattern angenommen werden. Auch in 2009 wurden keine Ringelnattern auf der Sophienhöhe beobachtet.