FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Steinkauz (Athene noctua)

Der Steinkauz ist eine kurzschwänzige, kleine Eule mit einer Körperlänge von etwa 22 cm. Die Oberseite ist dunkelbraun und mit zahlreichen weißlichen Flecken gezeichnet, die hellere Unterseite ist mit dunkelbraunen Streifen und Flecken gemustert. Auffällig ist der rundliche Kopf mit den großen, gelben Augen. Die Hauptaktivitätsphase des Steinkauzes liegt in der Dämmerungszeit, er ist zum Teil aber auch tag- und nachtaktiv. Oft ist er tagsüber im Freien auf Sitzwarten zu beobachten.

Ansitz:

Leitungsmasten werden neben Weidepfählen sowie Kopf- und Obstbäume vom Steinkauz oft als Ansitz genutzt.

Lebensraum

Der Steinkauz besiedelt die halboffene Kulturlandschaft mit einem ausreichenden Angebot von Bruthöhlen, Ansitzen und ganzjährig kurzrasigem Grünland. Diese Bedingungen findet er vorwiegend in Streuobstwiesen oder mit Kopfweiden bestandenem Grünland. Aufgrund der Vegetationsstruktur präferiert er Weiden, jährlich nur einmalig gemähte Wiesen wachsen oft zu schnell auf und bieten der Art dann kein geeignetes Nahrungshabitat mehr.
Neben Baumhöhlen werden oft auch Gebäudenischen in Höfen, Ställen oder Wohnhäusern genutzt. In jüngerer Zeit gehen diese potenziellen Brutplätze aber immer mehr zurück, da nischenreiche Gebäude saniert oder alte, höhlenreiche Bäume gefällt werden. Abhilfe kann hier die Installation von speziellen Niströhren schaffen, die von den Vögeln gerne angenommen werden.
Nordrhein-Westfalen besitzt mit etwa 6.000 Brutpaaren bundesweit den größten Bestand des Steinkauzes, der hier einen Verbreitungsschwerpunkt besitzt. Dem Land kommt dem zu Folge eine besondere Bedeutung zum Erhalt der kleinen Eulenart zu. Während er in der Eifel, im Bergischen Land, im Sauerland und im Rothaargebirge größtenteils fehlt, kommt er im Tiefland flächendeckend vor. Vor allem am Niederrhein und im Münsterland erreicht er zum Teil hohe Bestandsdichten. Dennoch gilt er landesweit als gefährdet, zudem ist seine Verbreitung und Häufigkeit von Naturschutzmaßnahmen abhängig. Bundesweit ist die Art sogar stark gefährdet.

Artenschutzmaßnahmen

Durch die Anlage von Obstwiesen und kopfweidenreichem Grünland auf der Sophienhöhe (Tagebau Hambach), auf der Königshovener Höhe und im Elsbachtal (beide Tagebau Garzweiler) wurde dem Steinkauz in der Rekultivierung neuer Lebensraum geschaffen. Bis die Obstbäume und Kopfweiden ein ausreichendes Alter erreichen, um Höhlen ausbilden zu können, ersetzen künstliche Niströhren die Funktion als Brutplatz. Durch regelmäßige Mahd oder Beweidung mit Schafen wird die Vegetation der Grünlandbereiche kurz gehalten und der Steinkauz findet Nahrung in Form von Kleinsäugern, Heuschrecken und Laufkäfern.

Ergebnisse und Ausblick

In den Jahren 2008 und 2009 wurden an jeweils zwei Abenden im März Steinkäuze mit Hilfe einer Klangattrappe kartiert. Bisher schein es jedoch so, als hätten die Steinkäuze die Niströhren in der Rekultivierung noch nicht angenommen. Weitere Kontrollen in den folgenden Jahren werden zeigen, ob der Steinkauz auch diese Flächen besiedelt.

Elsbachtal:

Steinkauzröhre in einer Weide.