FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Anlage und Pflege von Feldrainen

Feld- und Wegeraine sind wichtige Vernetzungsstrukturen innerhalb der Agrarlandschaft und Rückzugsort für viele Feldbewohner. Durch die Veränderungen in der Landwirtschaft sind viele dieser Strukturen verloren gegangen oder auf ein Minimum reduziert worden. Heute prägen nicht mehr breite Feldraine, sondern schmale Grasbankette die Agrarlandschaft. Bereits in den 1990er Jahren hat man begonnen 2-3 m breite, kraut- bzw. blütenreiche Feldraine in den landwirtschaftlichen Rekultivierungsgebieten zu etablieren. Doch bei der Verwendung von käuflichem Saatgut stellt sich immer auch die Frage nach der Herkunft: sind die Samen wirklich von heimischen Pflanzen oder sind es Zuchtformen oder Rassen aus anderen Klimazonen? Daher kam die Idee auf, autochthones (regionales) Saatgut zu verwenden. Da dieses jedoch bei keinem Saatguthändler erhältlich war, suchte man geeignete Spenderflächen, um von dort Mähgut mit den Pflanzensamen für die Ansaat auf neuen Flächen zu gewinnen (Heumulchsaat oder auch Heublume oder Heudruschsaat, je nach speziellem Verfahren genannt). In Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss wurde 2001 erstmals Mähgut von einem Uedesheimer Rheindeich (Altdeich) zur Anlage eines artenreichen Feldrains im Rekultivierungsgebiet Garzweiler verwandt. Seither wurden weitere Feldraine und Wiesenflächen nach diesem Verfahren erfolgreich in den Rekultivierungsgebieten der Tagebaue Bergheim, Fortuna und Inden angelegt. Die Pflege und weitere Anlage derartiger Feldraine ist Aufgabe der Forschungsstelle Rekultivierung und ihrer Kooperationspartner.

Feldrain:

Mit Mahdgut vom Uedesheimer Altdeich angelegter arten- und blütenreicher Feldrain auf Königshovener Höhe im Jahr 2006, 5 Jahre nach der Ansaat.