FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Landschaftspflege

Die Kulturlandschaft, in der wir heute leben, ist über Jahrhunderte durch Nutzung wie Viehhaltung, Ackerbau und Waldbau vom Menschen geschaffen worden. Seit den 1950er Jahren hat diese Landschaft jedoch einen tief greifenden Wandel erfahren. Die Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft als Antwort auf den stetig steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und Holz, hat zu einem Rückgang ehemals verbreiteter Landschaftsformen und -strukturen wie mageren Wiesen, Feuchtgrünländern, Feldrainen, Hecken, Mittel- und Niederwäldern geführt. Naturschutz bedeutet daher heute meist, selten gewordene Lebensräume in der Kulturlandschaft durch spezielle landschaftspflegerische Maßnahmen zu erhalten oder neu zu schaffen. Zu solchen Maßnahmen gehören die Mahd oder Beweidung von Wiesen, das Entbuschen von Magerrasen, die Anlage und Aufwertung von Waldrändern, Hecken oder Feldrainen, der Schnitt von Obstbäumen und Sträuchern oder die Pflege von Kleingewässern.

Landschaftspflege und Naturschutz spielen auch in der Rekultivierung der Braunkohlentagebaue eine wichtige Rolle. Im Zuge der Rekultivierung werden neue Landschaften mit all ihren Elementen wieder hergestellt: neben Land- und Forstwirtschaftsflächen auch gezielt Sonderstrukturen wie Magerwiesen, Streuobstwiesen, Sukzessionsflächen auf unterschiedlichen Bodensubstraten (Sand, Kies, Löß, Ton), Kleingewässer, Hecken oder Feldraine. Diese Sonderstrukturen sind bilanziell meist Bestandteil der forstlichen Rekultivierung und werden oft als großflächige Grünachsen inmitten der landwirtschaftlich geprägten Rekultivierungsgebiete angelegt. Beispiele hierfür sind das Elsbachtal im ehemaligen Tagebau Garzweiler, der Fürstenberggraben im Tagebau Frechen oder der Schlangengraben im ehemaligen Tagebaugebiet Zukunft.

Bei der Anlage und Pflege der Sonderstrukturen arbeitet die Forschungsstelle Rekultivierung eng mit der Rekultivierungsabteilung von RWE Power zusammen, die über speziell geschulte Mitarbeiter verfügt. Im Folgenden werden die wichtigsten landschaftspflegerischen Aufgaben dargestellt.