FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Projektgebiet Königshovener Höhe

Einführung und Methoden

Im Jahre 1999 wurde von der Forschungsstelle Rekultivierung im rekultivierten Tagebau Garzweiler, Bereich Königshovener Höhe, ein faunistisch-ökologisches Untersuchungsprojekt begonnen. Ziel dieser Untersuchung war die Erfassung der Struktur und Fauna auf verschiedenen Sonderstandorten in der landwirtschaftlichen Rekultivierung. Daraus soll ein Bewertungssystem erarbeitet werden, mit dessen Hilfe Vorschläge für die Gestaltung, Pflege und Entwicklung sowie die ökologische Optimierung solcher Flächen gemacht werden können. Es ist vorgesehen, diese Beobachtungen längerfristig zu wiederholen um Entwicklungsprozesse zu beobachten.

Die Untersuchung wurde auf 10 Probeflächen durchgeführt, die unterschiedliche Funktionen innerhalb des landwirtschaftlich genutzten Gesamtgebietes haben. Hierbei handelt es sich zum Teil um typische lineare Ackerbegleitstrukturen wie Feldraine, Hecken, Grabensysteme und Böschungen, zum Teil aber auch um flächige Lebensräume wie Wiesen, Obstbaumplantagen und einen Weinberg als Beispiel für trocken-warme Ruderalstandorte.
Um einen möglichst detaillierten Einblick in die Bedeutung der unterschiedlichen Untersuchungsflächen zu bekommen, wurden die Tiergruppen Vögel, Wanzen, Spinnen, Heuschrecken und Tagfalter in die faunistische Erfassung einbezogen. Sie wurden im Verlaufe von 10 Begehungen (4 getrennte Erfassungen für die Vogelfauna) untersucht.

Erste Ergebnisse

Artenzahlen:

Anzahl der Arten verschiedener Tiergruppen die auf den Probeflächen der Königshovener Höhe nachgewiesen wurden.

Die untersuchten Probeflächen liegen in einem dicht geknüpften Netz, das die Königshovener Höhe durchzieht und so einen ökologischen Verbund herstellt. Mit 28 Vogelarten ist eine insgesamt mittlere Artenvielfalt der Avifauna für eine Gesamtfläche von 75 ha festgestellt worden. Für die meisten Vogelspezies ist das Nahrungsangebot, das durch die unterschiedlichen, nicht regelmäßig bewirtschafteten Sonderstrukturen bereitgestellt wird, von besonderer Bedeutung. Auch die meisten Brutvögel und Arten mit Brutverdacht sind den Ackerbegleitstrukturen und den offenen Lebensräumen wie Wiesen zuzuordnen. Ohne diese Sonderstrukturen wäre die Königshovener Höhe somit sehr viel artenärmer.
Besonders artenreich sind Teilflächen mit einer vielfältigen Vegetation und solche mit einer hohen Strukturvielfalt. Auch dynamische Prozesse wie beispielsweise variierende Wasserstände erhöhen die Artenvielfalt. Zur Fortpflanzung und Überwinterung werden vor allem der krautreiche Trockenhang und eine ebenfalls krautreiche Senke genutzt: also Lebensräume mit vielfältiger Vegetationsschicht und ohne regelmäßigen Bewirtschaftung. Dies gilt sowohl für Tiergruppen der Krautschicht wie die Wanzen als auch für die Spinnen. Diese Lebensräume sind für die Stabilität der Tiergemeinschaften also besonders wichtig.

Links zu den Datentabellen:

Probeflächen: Tabellarische Beschreibung der Probeflächen

Wanzenarten: Tabelle der gefundenen Wanzenarten