FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Ringelnatter - Erste Nachweise an der neuen Inde

Erstmalig konnte in den Rekultivierungsgebieten des Rheinischen Braunkohlenreviers die Ringelnatter nachgewiesen werden. In diesem Frühjahr wurde die Forschungsstelle Rekultivierung von Uwe Michel aus Weisweiler darüber informiert, dass er bereits im Jahr 2012 die erste Ringelnatter an der rekultivierten Inde beobachten konnte. Seither gelangen ihm sowie dem Jülich-Kirchberger Tierfotografen Franz Kirstein kontinuierlich bis heute weitere Sichtungen dieser seltenen und scheuen Art.
Die Ringelnatter hat die Uferbereiche der rekultivieren Inde besiedelt. Sie lebt als Wassernatter in Gewässernähe und ernährt sich überwiegend von Amphibien. Darüber hinaus ist sie auf ein Biotopmosaik angewiesen, dass ihr Versteckmöglicheiten, Sonnenplätze, Überwinterungsquartiere und Eiablageplätze bietet. Die Ringelnatter ist also eine Art, die die Naturnähe und Vielgestaltigkeit von Gewässern und ihren Ufern anzeigt.
Die Ringelnatter gilt in in der Niederrheinischen Bucht als vom Aussterben bedroht. Gründe hierfür sind vor allem im Verlust ihrer Lebensräume zu suchen. Insbesondere die Entwässerung von Feuchtgebieten und die Regulierung der Fließgewässer haben zu einem starken Bestandsrückgang geführt.
Die rekultivierte Inde ist dadurch entstanden, dass das alte Flussbett für den Tagebau Inden räumlich verlegt werden musste. Der so entstandene, etwa 12 km lange Flussabschnitt ersetzt einen etwa 5 km langen begradigten Abschnitt des Gewässers zwischen Lamersdorf und Kirchberg. Der neu angelegten Inde wurde, ganz im Gegensatz zum alten Flussbett, ein natürlicher Verlauf zugestanden. Es entstand eine zwischen 70 und 300m breite Aue, in der sich das Gewässer frei mäandrierend entfalten kann.
Die starke Hochwasserdynamik lässt Steilwände, Kies- und Sandbänke, Pfützen und Tümpel entstehen, ideale Vorraussetzungen für die Ansiedlung von Ringelnattern. Bereits kurz nach der Umleitung der Inde in ihr neues Bett im Jahr 2005 wurde eine Ansiedlung der Ringelnatter, ausgehend von den bekannten Vorkommen an der Rur-Inde-Mündung, erwartet. Diese Erwartung hat sich nun bestätigt und unterstreicht das hohe ökologische Potenzial der rekultivierten Indeaue.

Ringelnatter (Bild: Franz Kirstein)

Die rekultivierte Inde (Bild: Annika Keller)