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Sumpfohreule - Erstbrut in der Rekultivierung

In der Rekultivierung des Tagebaus Garzweiler konnte Norbert Wolf in 2016 die Brut der Sumpfohreule (Asio flammeus) nachweisen. Hierbei handelt es sich um die Erstbrut dieser äußerst seltenen Art in der gesamten Rekultivierung des Rheinischen Braunkohlenreviers. Gemäß Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) gilt die Sumpfohreule in NRW als Brutvogel seit 1982 sogar als ausgestorben. Die Beobachtungen auf einem Luzernefeld in der Rekultivierung können somit aus ornithologischer Sicht als eine kleine Sensation gewertet werden.

Die Sumpfohreule ist ein Bodenbrüter und besiedelt weite, offene Landschaften und stellt sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Als Bruthabitate werden vor allem Sumpf- und Moorgebiete sowie Dünen- und Heidelandschaften bevorzugt. Nur gelegentlich werden Feuchtwiesen und Ackerkulturen (Getreidefelder, Brachen) als Brutplatz angenommen.



Sumpfohreule (Foto: Norbert Wolf)

In Zusammenhang mit den Beobachtungen zur Sumpfohreule hat RWE umgehend umfangreiche Schutzmaßnahmen für diese Art eingeleitet. So wurden große Luzerneflächen und Brachen von Pflegemaßnahmen ausgeschlossen und erst für einen sehr späten Zeitpunkt im Jahr zur Mahd freigegeben. Hierdurch sind außergewöhnlich artenreiche Lebensräume entstanden. Neben der Sumpfohreule konnte hier auch der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig verhört und die vom Aussterben bedrohte Wiesenweihen mit Jungvögeln beobachtet werden.

Luzernefläche (Foto: Henning Walther)

Das Vorkommen der Sumpfohreule ist ein weiterer Hinweis für die sehr günstigen ökologischen Bedingungen für Offenlandarten im Bereich der durch die RWE-Zwischenbewirtschaftung gestalteten Rekultivierungslandschaften. Vor allem die extensive Luzernebewirtschaftung aber auch umfangreiche Blüh- und Randstreifen bilden äußerst wertvolle Lebensräume für Arten wie Rohrweihe, Wachtel und Rebhuhn sowie für die Grauammer. Der Gesamtbestand der Grauammer wird in NRW nur noch auf weniger als 150 Brutpaare geschätzt (2010-2013), allein in der Rekultivierung Garzweiler gehen Ornithologen dieses Jahr von mehr als 10 Brutpaaren aus.

Blühstreifen (Foto: Henning Walther)