Sonderbiotope

Im Jahr 2016 erfolgten durch die Forschungsstelle Rekultivierung floristische und faunistische Untersuchungen auf Sonderbiotopen, die in den Rekultivierungsgebieten des Tagebaus angelegt wurden. Als diese „Sonderbiotope“ werden Flächen bezeichnet, die sich von der üblichen landwirtschaftlichen und forstlichen Rekultivierung unterscheiden und damit weniger dem Primärziel der „Wiedernutzbarmachung“ im Sinne einer Wiederstellung von Nutzflächen unterliegen. Es handelt sich also um Flächen, in denen neben der Wiedernutzbarmachung auch andere Zielsetzungen, insbesondere solche des Naturschutzes wie die Etablierung von Standorten mit einer besondere hohen Biodiversität oder mit besonderen Standortbedingungen für stark spezialisierte Arten, verfolgt werden können. Zu diesen Sonderbiotopen zählen Gewässer, Flächen, die mit anderen Bodensubstraten als Löss oder Forstkies verkippt wurden oder Flächen, die nicht kommerziell bewirtschaftet werden (Wiesen, Sukzessionsflächen). Desweiteren werden zu den Sonderbiotopen Flächen gezählt, die für Artenschutzbelange in besonderer Weise hergerichtet wurden.

Ziel der Untersuchungen im Jahr 2016 war die Erfassung von Biotoptypen und Pflanzenarten sowie von Tierarten ausgewählter Tiergruppen auf jedem ausgewählten Standort. Mit den Untersuchungen sollten Erkenntnisse über die Besiedlung der Sonderstandorte durch entsprechend spezialisierte, für die jeweiligen Standortfaktoren bzw. Habitatstrukturen charakteristische Arten gewonnen sowie eine Datengrundlage für die Ableitung von standortangepassten Pflegemaßnahmen geschaffen werden.

Die Bestandsaufnahmen erfolgten an mehreren Terminen über die gesamte Vegetationsphase im Jahr 2016. Am Tag der Artenvielfalt, am 18.06.2016, erfolgten Begehungen der Sonderbiotope auf der Sophienhöhe durch Mitarbeiter der Forschungsstelle, des Kölner Büros für Faunistik sowie durch Kartierer aus dem ehrenamtlichen Naturschutz. Die Ergebnisse dieser Begehungen sind im vorliegenden Bericht mit berücksichtigt. Wir danken dabei allen ehrenamtlichen und interessierten Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und die Überlassung der Daten.

Der Ergebnisbericht beinhaltet Empfehlungen zu weiteren Untersuchungsinhalten insbesondere mit Blick auf die Fauna. In diese künftigen Untersuchungen sollen wieder Fachleute des ehrenamtlichen Naturschutzes eingebunden werden.

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Die Sonderstandorte

Es wurden insgesamt acht unterschiedliche Sonderbiotope untersucht. Zu nennen sind:

(1) Sophienhöhe - Rückhaltebecken Ost

(2) Sophienhöhe - Rückhaltebecken West

(3) Sophienhöhe - Silikatmagerrasen (Ansaat)

(4) Sophienhöhe - Höller Horn (Verkippung von überwiegend sandigem Material)

(5) Sophienhöhe - 50 ha-Mulde (große Grünlandfläche mit temporären Kleingewässern)

(6) Elsbachtal - Bestocktes Trockenbachtal mit innenliegenden Wiesenbereichen

(7) Königshovener Höhe - ehemaliges RBS-Becken (Artenschutzfläche für Kreuz- und Wechselkröte)

(8) Mönchskaul - Ökokonto Notteiche (Artenschutzfläche für Kreuz- und Wechselkröte)

Die Lage der aufgezählten Sonderbiotope kann den nachfolgenden Abbildungen entnommen werden.

Lage der Sonderbiotope auf der Sophienhöhe

Plangrundlage: TIM-online, Bez.reg. Köln, Abt. GEObasis.nrw.

Lage des Sonderbiotops im Elsbachtal

Plangrundlage: TIM-online, Bez.reg. Köln, Abt. GEObasis.nrw.

Lage des RBS-Beckens auf der Königshovener Höhe

Plangrundlage: TIM-online, Bez.reg. Köln, Abt. GEObasis.nrw.

Lage des Sonderbiotops bei Mönchskaul

Plangrundlage: TIM-online, Bez.reg. Köln, Abt. GEObasis.nrw.