BienABest: Wildbienen im Fokus

Die Forschungsstelle Rekultivierung wirkt ab 2018 durch die Bereitstellung von Untersuchungsflächen sowie die Anlage von Wildbienenweiden und Nistgelegenheiten unterstützend beim Projekt BienABest mit.

Das Verbund-Projekt unter gemeinsamer Leitung des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) und der Universität Ulm soll helfen, dem Bienensterben Einhalt zu gebieten und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern. Folgende Ziele stehen im Vordergrund:

  • Biomonitoring von Wildbienen: Entwicklung von bestandsschonender Erfassungsmethode
  • Einwicklung von Nahrungs- (Wildbienenweiden) und Nisthabitaten für Wildbienen
  • Erstellung eines Feldbestimmungsschlüssels: Bebilderte Checkliste mit eindeutigen Artmerkmalen
  • Ausbildung von Wildbienensachverständigen: Bestimmungskurse und Einführung in die Bienenerfassung
  • Einfluss der Landnutzungsintensität auf das Vorkommen von Wildbienen

Für die Durchführung des Projekts werden an ausgewählten Standorten in Deutschland in der Agrarlandschaft Wildbienenweiden neu angelegt und somit neuer Lebensraum für Wildbienen geschaffen. Diese sollen sich möglichst in der Nähe von bereits existierenden wildkräuterreichen Wildbienenhabitaten befinden. In der Rekultivierung Garzweiler konnten geeignete Areale gefunden werden, die die zahlreichen Auswahlkriterien erfüllen. In diesen Bereichen wurden 2017 bereits die speziellen Ansaaten mit gebietsheimischen Wildkräutern und Kulturpflanzen für die Wildbienenweiden durchgeführt. Da etwa zwei Drittel aller Wildbienenarten im Boden nisten, wurden zusätzlich Nisthügel für bodennistende Wildbienen in unmittelbarer Nähe zu den Untersuchungsflächen angelegt.

Beispiel für eine artenreiche Wiese in der Rekultivierung Garzweiler. Für die neu geschaffenen Wildbienenweiden wird zertifiziertes, gebietsheimisches Saatgut aus den verschiedenen Naturräumen Deutschlands verwendet. Eine Grundmischung mit deutschlandweit verbreiteten Pflanzenarten wird dazu mit regional typischen Pflanzenarten sowie einzelnen Kulturpflanzenarten, z. B. Gelbsenf, ergänzt. (Foto: Olaf Diestelhorst).

Einer der für Wildbienen angelegten Nisthügel in der Rekultivierung Garzweiler. Die Nisthügel sollen an Feldrändern oder Wegekreuzungen (am besten öffentliches Eigentum) errichtet werden, wo sie dauerhaft für den Artenschutz gesichert werden können (Foto: Olaf Diestelhorst).

Die Flächen werden von 2018 – 2022 standardisiert von Biologen untersucht und die Entwicklung der Wildbienenfauna begutachtet. Darüber hinaus sollen verschiedener Parameter aus der abiotischen und biotischen Umwelt erfasst und statistisch ausgewertet werden, um deren Bedeutung für das Vorkommen von Wildbienen zu analysieren.

In der Rekultivierung Garzweiler gibt es sehr viele gefährdete Wildbienen wie die im Boden nistende und auf Ackerwitwenblume spezialisierte Knautien - Sandbiene (Andrena hattorfiana). Der Arten-reichtum des Gebietes ist ideal um die Maßnahmen und Methoden im Projekt BienABest auf ihre Wirksamkeit hin zu testen. (Foto: Olaf Diestelhorst).

Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Entwicklung bestandsschonender Erfassungsmethoden und die Entwicklung bildbasierter Bestimmungsschlüssel in Form einer Bestimmungs-App für Smartphones und Tablets, die Mitarbeitenden im Bienen Monitoring eine Bestimmung im Feld erleichtern soll. In einer späteren Phase des Projekts sollen Schulung zur Bestimmung von Wildbienen und die Ausbildung von Wildbienensachverständigen dazu beitragen, dass eine standardisierte Durchführung der Felderfassung und Auswertung der Daten hinsichtlich Populationsveränderungen und deren Ursachen auch in Zukunft fortgeführt werden kann.

Das Projekt BienABest wird in fachlicher Begleitung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) durchgeführt und aus Mitteln des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesumweltministeriums gefördert.
Weitere Informationen zu BienABest finden Sie auf der Homepage des Projekts sowie auf den Seiten des BfN.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an info@forschungsstellerekultivierung.de.
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