Tiere & Pflanzen

Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung

Bereits seit den 1960er Jahren begleiten im Rheinischen Braunkohlentagebau ökologische Freilandforschungen die Rekultivierung. Ziel war und ist es sicherzustellen, dass die neue Landschaft ein vollwertiger Ausgleich für den Eingriff ist. Zahlreiche Untersuchungen in der forstlichen Rekultivierung haben u. a. nach Antworten dazu gesucht, welches das beste Rekultivierungssubstrat für Wälder ist, wie unterschiedliche Tiere neu entstandene Flächen besiedeln oder wie durch sukzessive Einwanderung von Arten neue Vegetationsformen entstehen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die wissenschaftlichen, aber auch praxisnahen Fragestellungen dieser Arbeiten waren vielfältig. Ebenso ist die Rekultivierung landwirtschaftlicher Nutzflächen begleitet worden. Auch hier wurde nicht nur der wirtschaftliche Aspekt betrachtet. Viele ökologische Fragestellungen sind seit geraumer Zeit behandelt und ihre Ergebnisse in die Praxis umgesetzt worden. Die neu entstandenen Flächen sind in verschiedenen ökologischen Eigenschaften (Biodiversität, Strukturvielfalt usw.) teilweise hochwertiger als die vormals vorhandenen Agrarlandschaften.

Aus den über hundert Untersuchungen, die im Laufe der letzten 50 Jahre in den Rekultivierungsgebieten des Rheinischen Braunkohlentagebaus durchgeführt wurden, lässt sich bereits eines deutlich erkennen: Eine beeindruckende Artenvielfalt hat sich in den wiederhergestellten Flächen etabliert. Unter den vielen Tier- und Pflanzenarten finden sich auch eine ganze Reihe besonderer, seltener und gefährdeter. Diese vielen Arten noch zu überblicken und sich in Erinnerung zu rufen, wo sie vorgekommen sind, würde bedeuten, sämtliche Arbeiten sowie viele tausend Seiten Daten durchsehen zu müssen – was letztlich niemand mehr leisten kann.

In der im Jahr 2005 erschienenen Zusammenstellung „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“ sollte daher ein zusammenfassender Überblick über die Ergebnisse dieser Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden.

Dafür wurden seit 1999 – für die Flora schon wesentlich früher – sämtliche Nachweise von Tier- und Pflanzenarten in das biologische System eingeordnet und mit den Funddaten (Fundort, Fundzeitpunkt, Populationsgröße, Status etc.) in eine elektronische Datenbank eingegeben. Diese Datenbank wurde nach Veröffentlichung der Zusammenstellung ständig weiter gepflegt und aktualisiert. Derzeit wird diese Datenbankstruktur optimiert und mit einem Geographischen Informationssystem verknüpft, um auch in Zukunft einen aktuellen Datenbestand zu gewährleisten. Dies ermöglicht einen besseren Überblick darüber, wo bereits Untersuchungen stattgefunden haben und welche Ergebnisse sie hervorbrachten. Daraus wiederum lassen sich eventuell Rückschlüsse ziehen, wo noch besonderer Forschungsbedarf besteht.

Die vorliegenden Artenlisten können freilich keinen Überblick über sämtliche in der Rekultivierung vorkommenden Arten geben – ihr Inhalt spiegelt nur bisherige Untersuchungen und Meldungen wider, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zudem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorliegende Zusammenfassung keine komplette Bibliografie der veröffentlichten Literatur darstellt. Für die meisten Tiergruppen und auch für die Pflanzen dürften die vorliegenden Daten dennoch nahezu vollständig sein. Zumindest für Vögel, Käfer und einige andere Gruppen, die auch von zahlreichen (meist in Vereinen organisierten) Sammlern und ambitionierten Hobbyisten bearbeitet werden, liegen aber eine Vielzahl von Veröffentlichungen vor, die meist unabhängig von Rheinbraun erarbeitet wurden. Diese sind hier nicht vollständig erfasst. Insofern ist die vorliegende Auswertung als Ergänzung zur veröffentlichten Literatur zu verstehen.