Mit der Haselmaus auf Du und Du

Sie ist das Tier des Jahres 2017: die Haselmaus. Anlass für die Forschungsstelle Rekultivierung und die Deutsche Wildtierstiftung, vor kurzem sieben- bis achtjährige Schülerinnen und Schüler bei einer Expedition auf die Sophienhöhe mit der Lebensweise des kleinen Nagers vertraut zu machen.
An drei Tagen konnten Zweitklässler aus Niederzierer, Elsdorfer und Hambacher Grundschulen an einer tierischen Aktion teilnehmen. „Die Idee hinter der Initiative war folgende: wir wollten den Kids ein Naturerlebnis ermöglichen und dabei den Fokus auf die Haselmaus legen“, erläutert Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung. Mit im Boot war Biologin Svenja Ganteför von der Deutschen Wildtierstiftung, mit der RWE auf fachlicher Ebene oft kooperiert.

Mit dem Bus ging es rauf auf die Sophienhöhe und die Wanderung begann. Doch wie lassen sich nachtaktive Tiere am hellichten Tag beobachten? „Ganz einfach“, so Eßer. „Wir haben in der Rekultivierung zahlreiche Kästen angebracht, in die sich die Haselmäuse tagsüber zurückziehen können. Diese Kästen lassen sich öffnen, so daß sich die Mäuschen vorsichtig herausholen lassen.“
Und wenn sie dann wach werden? „Dann laufen die nicht weg“, erläutert der Fachmann. „Dabei muss man wissen, Haselmäuse sind Baumkletterer. Und ich war dann in so einem Moment eine Art Ersatzstamm. Die Tiere krabbelten an mir hoch und runter oder tanzten mir im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf herum.“
Für die Kinder war das natürlich der Knüller schlechthin. Aber neben dem Spaß stand auch die Information. So erfuhren sie nicht nur auf einfache und verständliche Art, daß die Rekultivierung Natur aus zweiter Hand ist, sondern erlebten die dort schon beheimatete Fauna und Flora hautnah. Sie lernten, was bei den Haselmäusen unter anderem auf dem Speiseplan steht und fingen dann fleißig an, Beeren und Früchte zu sammeln. Die wurden am Ende des Ausflugs für die die Tiere als „Picknick“ zurückgelassen.
Gregor Eßers Fazit: „Die Aktion kam super an. Svenja Ganteför und ich – und natürlich die Haselmäuse – haben offenbar einen guten Job gemacht. Denn die Kids waren ebenso begeistert wie die Lehrer und Eltern.“
Mehr Infos zur Haselmaus finden Sie auf den Seiten der Deutschen Wildtierstiftung.

Ein nachtaktiver Gourmet

Die Haselmaus hat ein gelb- bis rotbräunliches Fell mit einem weißen Tupfen an Kehle und Brust. Sie wird etwa 15 Zentimeter lang, wobei fast die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Haselmäuse gehören zur Familie der Bilche - ebenso wie Garten- und der allseits bekannte Siebenschläfer. Das nachtaktive Tier ist überwiegend in Mischwäldern beheimatet, lebt in Sträuchern und Bäumen und kann sich nahezu affengleich von Zweig zu Zweig schwingen. Bevorzugte Nahrung sind Beeren, Knospen, Samen und Nüsse, aber auch Insekten und Vogeleier werden gerne verspiesen. Den Winterschlaf verbringen sie ab Ende Oktober in frostsicheren Erdhöhlen oder Baumstümpfen. In freier Wildbahn können sie ein Alter von bis zu sechs Jahren erreichen. Haselmäuse gelten als bedrohte Tierart. In der EU besteht daher strenger Artenschutz.

Text: Team: Redaktion
© Foto: M. Stollberg

erstellt am 07.11.2017