FORSCHUNGSSTELLE REKULTIVIERUNG
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Kapitel 1.2 Untersuchungsgebiete

Die planmäßige Wiedernutzbarmachung ehemaliger Tagebauflächen hat im Rheinland eine lange Tradition. Erste vertragliche Regelungen und kurfürstliche Dekrete über die Rekultivierung reichen in das 18. Jahrhundert zurück. Die Rekultivierung, wie wir sie heute kennen, gibt es seit mehr als siebzig Jahren. Seither wurden über 20.034 ha (Stand: 31.12.2004) rekultiviert. 10.346 ha davon sind landwirtschaftliche Nutzflächen, 7.729 ha sind Wälder, Forste und landschaftsbegleitende Grünzüge. Hinzu kommen 803 ha neu entstandene Wasserflächen. Durch Zusammenlegung von Ortschaften und Bündelung von Infrastruktureinrichtungen sind in der Rekultivierungslandschaft, verglichen mit dem Zustand vor der Landinanspruchnahme, etwa 700 ha Siedlungs-, Industrie- und Straßenflächen weniger angelegt worden.

Das Rheinische Braunkohlenrevier erstreckt sich, im Südosten zwischen Brühl und Erftstadt- Liblar beginnend, nach Nordwesten bis Grevenbroich. Entlang dieser Nord-Süd-Achse, dem ehemaligen Abbauschwerpunkt, liegen teils noch in Betrieb befindliche, teils bereits seit längerem rekultivierte Tagebaue. Im äußersten Norden befindet sich der Tagebau Garzweiler. Mitten in der Bördelandschaft, nördlich von Düren, liegt der zurzeit größte Tagebau: Tagebau Hambach. Weiter westlich, bei Weisweiler, findet man das Westrevier mit dem ausgekohlten Tagebau Zukunft und dem aktiven Tagebau Inden. Garzweiler, Inden und Hambach sind die drei Großtagebaue, auf die sich die Abbautätigkeit in den nächsten Jahren konzentrieren wird.

Die zahlreichen Freilandarbeiten im Rheinischen Braunkohlenrevier fanden über das ganze Revier verstreut statt. Diese Untersuchungsgebiete und die darin befindlichen Teilräume und Standorte wurden je nach Bearbeiter ganz unterschiedlich benannt. Zur Vereinheitlichung haben wir daher das gesamte Braunkohlenrevier in zehn definierte Bereiche aufgeteilt und diese neu benannt (Südrevier, Ville, Berrenrath, Frechen, Bergheim, Fortuna- Garsdorf, Frimmersdorf, Garzweiler, Hambach, Zukunft und Inden). Ihre Abgrenzung orientiert sich an den Abbaugrenzen der einzelnen Tagebaue, nach denen sie auch benannt wurden. Innerhalb dieser Bereiche befinden sich vielfach Teilgebiete, die eine nähere Standortbeschreibung erlauben: beispielsweise die Sophienhöhe im Bereich Hambach oder der Schlangengraben im Bereich Inden. Diese Ortsbezeichnungen, soweit sie bisher in den Fundlisten auftauchen, werden im Folgenden kurz erläutert; gleichzeitig werden die historischen und naturräumlichen Besonderheiten der einzelnen Tagebaubereiche dargestellt.