Feldraine

Als Feld- und Wegeraine werden die heute meist ungenutzten, gehölzfreien Saumstreifen genannt, die landwirtschaftliche Flächen begrenzen und untergliedern. Sie sind Lebensraum für unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten, indem sie Nahrung, Deckung, Nist- und Brutplätze sowie Rückzugs- oder Überwinterungsräume bieten und stellen somit auch wichtige Biotop-Vernetzungsstrukturen innerhalb der Agrarlandschaft dar. Darüber hinaus können Feldraine Bodenschutzfunktionen erfüllen, etwa als Böschungssicherung oder hangparallele Erosionsbarrieren.

Feldrain an der Inde ( Foto: Klaus Görgen).

Durch die Veränderungen in der Landwirtschaft sind viele dieser Strukturen jedoch verloren gegangen oder auf ein Minimum reduziert worden. Heute prägen nicht mehr breite Feldraine, sondern schmale Grasbankette die Agrarlandschaft. Bereits in den 1990er Jahren hat man daher begonnen, zwei bis drei Meter breite, kraut- bzw. blütenreiche Feldraine in den landwirtschaftlichen Rekultivierungsgebieten zu etablieren. Doch bei der Verwendung von käuflichem Saatgut stellt sich immer auch die Frage nach der Herkunft: sind die Samen wirklich von heimischen Pflanzen oder sind es Zuchtformen oder Rassen aus anderen Klimazonen? Daher kam die Idee auf, autochthones (regionales) Saatgut zu verwenden. Da dieses jedoch bei keinem Saatguthändler erhältlich war, suchte man geeignete Spenderflächen, um von dort Mähgut mit den Pflanzensamen für die Ansaat auf neuen Flächen zu gewinnen (Heumulchsaat oder auch Heublume oder Heudruschsaat, je nach speziellem Verfahren genannt). In Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss wurde 2001 erstmals Mähgut von einem Uedesheimer Rheindeich (Altdeich) zur Anlage eines artenreichen Feldrains im Rekultivierungsgebiet Garzweiler verwandt. Seither wurden weitere Feldraine und Wiesenflächen nach diesem Verfahren erfolgreich in den Rekultivierungsgebieten der Tagebaue Bergheim, Fortuna und Inden angelegt. Die Pflege und weitere Anlage derartiger Feldraine ist Aufgabe der Forschungsstelle Rekultivierung und ihrer Kooperationspartner.

Artenvielfalt im Ackerrandstreifen ( Foto: Klaus Görgen).