Mähgutübertragung

Das Artenspektrum agrarwirtschaftlich genutzter Wiesen ist heute aufgrund starker Düngung und häufiger Mahd meist stark reduziert. Um die auf unseren Wiesen heimischen Tier- und Pflanzenarten zu unterstützen, ist es notwendig ihnen wieder mehr Lebensräume zur Verfügung zu stellen. Das Anlegen neuer artenreicher Wiesen bereichert unsere Landschaft somit nicht nur optisch sondern auch ökologisch.
Damit lokal vorkommende Arten gefördert werden, ist es sinnvoll regionales Saatgut aus autochthonen (vor Ort vorkommenden) Pflanzenbeständen zu gewinnen. Für die Übertragung des Saatguts hat sich das sogenannte Heudrusch-Verfahren bewährt. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

1. Die Ansaatfläche wird durch Pflügen, Grubbern und Eggen vorbereitet.

2. Die Spenderflächen zu Beginn der Samenreife gemäht.

Einsatz eines Sichelmähers, hier an einem Randstreifen der Rekultivierung Bergheim ( Foto: Forschungsstelle Rekultivierung).

3. Schwaden (reihenförmiges Zusammenlegen) des Mähguts. Das Mähgut sollte einen halben Tag auf der Fläche bleiben, damit Kleintiere das Mähgut verlassen können und das Mähgut antrocknet. Das bei der Heugewinnung übliche Wenden und Trocknen unterbleibt, damit möglichst viele Samen im Mähgut bleiben.

4. Das Mahdgut wird durch einen Ladewagen aufgenommen und zur Ansaatfläche transportiert.

Aufnahme des Mahdguts durch den Ladewagen ( Foto: Forschungsstelle Rekultivierung).

5. Vor Ort wird das Mahdgut zunächst umgeladen.

Übertragung des Mahdguts auf einen Mistwagen ( Fotos: Forschungsstelle Rekultivierung).

6. Anschließend wird es auf der Fläche verteilt. Es ist wichtig das Mahdgut innerhalb eines Tages direkt zu verteilen, da sich in den Haufen hohe Temperaturen entwickeln können, die das Saatgut schädigen.

Verteilung des Mahdguts auf der Ansaatfläche ( Foto: Forschungsstelle Rekultivierung).