Hürther Waldsee

Blick auf den Klärteich A mit Ufergehölzen (Foto: U. Hürten).

Der ca. 16 ha große und bis zu vier Meter tiefe Hürther Waldsee liegt südwestlich von Hürth-Alstädten, innerhalb des rekultivierten Tagebaus Theresia und ist durch einen weitgehend bewaldeten Rekultivierungsbereich, in dem das Kloster Burbach liegt, vom Otto-Maigler-See getrennt. Das komplett umwaldete, inzwischen in Privatbesitz befindliche Gewässer wurde gezielt für den Natur- und Artenschutz gestaltet. So wurden Flachufer, Inseln und Tümpel angelegt, um günstige Voraussetzungen für die Entwicklung aquatischer und amphibischer Lebensgemeinschaften zu schaffen. Die Wiederherstellung des Hürther Waldsees, der auch als Theresiasee bekannt ist, wurde in den Jahren 1986 bis 1989 abgeschlossen.

Das Gewässer verfügt über keine größeren oberirdischen Zuflüsse, wird daher fast ausschließlich vom Niederschlagswasser gespeist und entwässert in den Stotzheimer Bach im Norden. Der von Böschungen mit forstlichen Anpflanzungen umgebene See wird durch zwei Inseln geteilt und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu zwei Klärteichen und einem Flachsee südlich des Gewässers. Durch diese Gestaltung ergeben sich Feuchtgebiete und Tümpel mit ausgeprägten Verlandungszonen. An weiten Uferabschnitten haben sich Röhricht- und Schilfbestände entwickelt. Am Ufer des Hürther Waldsees wurde eine Eisvogelwand errichtet.

Funktion

Um die Gewässer als Lebensraum für Wassertier- und Pflanzenarten zu sichern, wurde das Naturschutzgebiet „Waldseenbereich Theresia“ 1988 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Da das Gebiet fast vollständig umzäunt ist, ist der Zugang durch unbefugte Besucher weitgehend ausgeschlossen und eine ungestörte Entwicklung der Flora und Fauna möglich. Inzwischen wurde der Hürther Waldsee auch zum FFH-Gebiet erklärt.

Besonderheiten der Fauna

Auch der Hürther Waldsee ist mit 16 ha nicht besonders groß, hier und am Klärteich A wurden aber mit 11 Arten mehr gewässertypische Brutvogelarten nachgewiesen als an allen anderen in der vorliegenden Untersuchung behandelten Gewässern. Die einzige landesweit gefährdete Brutvogelart, die Wasserralle, wurde mit 4 Revieren nachgewiesen, die Rohrammer (Vorwarnliste) mit 2 Revieren. 17 gewässertypische Arten wurden 2016/2017 als Durchzügler, Winter- und Sommergäste festgestellt, darunter als seltene und/oder gefährdete Rast-/Gastvögel Löffler (RL NRW w R, 2. Nachweis im Erftkreis), Knäkente (RL NRW w 2), Moorente (RL NRW w 1), Rohrdommel (RL NRW w 2) und Zwergdommel (RL NRW b 1 w 1). Am Hürther Waldsee war 2002 der erste Nachweis einer Zwergdommel-Brut in NRW seit 1983 gelungen, es handelt sich um eines von nur 3 Gebieten in NRW mit (unregelmäßigen) Brutvorkommen der Art. Nach den Bewertungskriterien für Wasservogelrastgebiete von hat das Gewässer für rastende Reiherenten regionale und für Tafelenten sogar landesweite Bedeutung.

Vorgeschlagene Optimierungs- bzw. Erhaltungsmaßnahmen

Das als NSG und FFH-Gebiet ausgewiesene Gewässer ist nicht öffentlich zugänglich. Die Regelungen und Maßnahmen zum Schutz des Gebietes vor Eingriffen, Nutzungen sowie Betretung sollten bestehen bleiben.

Die Kolbenente ist am Hürther Waldsee ein regelmäßiger Wintergast in geringer Anzahl (Foto: O. Tillmanns).

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