Avifauna

Bei den 2015 durchgeführten Untersuchungen wurden insgesamt 42 Vogelarten festgestellt. Die Gesamtartenzahl blieb somit hinter den Zahlen aus früheren Untersuchungen zurück. 2005 waren 55 Arten nachgewiesen worden, 2006 61 und 2008 59 Arten.

Die Anzahl der Brutvögel bzw. revierbesetzenden Arten lag 2015 bei 24 und war somit genauso hoch wie 2006 und etwas niedriger als 2008 (27 Arten). Der höchste Wert war 2005 ermittelt worden (26 Brutvögel bzw. revierhaltende Arten und 9 weitere potenzielle Brutvögel, Summe 35 Arten). Die Diversität der Brutvogelarten hat sich somit nach einem Höhepunkt im Jahr 2005 und einem anschließenden Rückgang auf einem gewissen Niveau stabilisiert.

Bei den Nahrungsgästen und Durchzüglern war ein Rückgang im Vergleich zu früheren Untersuchungen zu verzeichnen. Waren in den Jahren 2006 und 2008 noch hohe Zahlen von Gastvögeln vor allem im Bereich von Probefläche 6 zu verzeichnen (27 bzw. 20 Arten), wurden 2015 nur maximal 12 Gastvogelarten pro Standort ermittelt.

Gefährdete und zurückgehende Arten der Roten Listen

Folgende Arten der Roten Listen NRW und/oder Deutschland wurden nachgewiesen:

- Arten der Gefährdungskategorien 3, 2, 1 oder 0: als Brutvögel Baumpieper (RL 3), Turteltaube (RL 2), als Nahrungsgäste Feldlerche (RL 3), Mehlschwalbe (RL 3), Rauchschwalbe (RL 3), als Durchzügler Fischadler (RL 0)

- Seltene Arten (Kategorie R): als Gastvogel Schwarzmilan

- Arten der Vorwarnliste (Kategorie V): als Brutvögel Fitis, Goldammer, Rohrammer, als Gastvögel Bluthänfling, Star, Turmfalke, Uferschwalbe

Rohrammer ( N. Wolf).

Bemerkenswerte Nachweise außerhalb der Probeflächen

Während der Untersuchungen erfolgten Beobachtungen bemerkenswerter Vogelarten außerhalb der in der vorliegenden Untersuchung bearbeiteten Probeflächen.

Der für naturnahe Fließgewässer typische Eisvogel wurde schon seit mehreren Jahren regelmäßig an der Inde beobachtet. Ein seither genutzter Brutplatz befindet sich in einem Prallhang etwas nordwestlich von Probefläche 4, kurz vor der Wanderwegebrücke. Auch 2015 war die Bruthöhle beflogen. Die Art hat sich an der neuen Inde als Brutvogel etabliert.

Erstmalig konnte im Jahr 2015 eine Wasseramsel im ältesten rekultivierten Abschnitt beobachtet werden; etwas westlich von Probefläche 3. Die Wasseramsel ist ebenfalls charakteristisch für naturnahe Fließgewässer. Sie ist in ihrer Brutverbreitung in NRW weitgehend an die Mittelgebirge gebunden, folgt den Flüssen von dort aus aber auch ins Vorland: entlang der Rur bis auf die Höhe von Düren und an der Inde bis Eschweiler.

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Wasseramsel ( A. Roikolo, wikimedia).