Elsbachtal - Bestocktes Trockenbachtal

Elsbachtal

Das Rekultivierungsgebiet Elsbachtal westlich von Grevenbroich wurde als 200 m breite Mulde angelegt. Es erstreckt sich entlang des Elsbaches, dessen Bett in etwa südwestlich-nordöstlicher Richtung verläuft. Es wird gesäumt von offenen Bereichen mit zumeist Wiesen unterschiedlicher Ausprägung im Bereich der Bachtalung sowie Bereichen mit Gebüschen und Wäldern. Außerdem befinden sich in dem Gebiet drei Kleingewässer. Wie viele Gewässer in der Bördelandschaft führt auch der Elsbach nur nach ergiebigen Regenfällen Wasser. Die Talböschungen sind bestockt, der Bachlauf schlängelt sich, gesäumt von Erlen, Eschen und Kopfweiden durch die offen als Grünland gestaltete Talsohle.

Offenlandschaften

Die offenen Bereiche zeichnen sich durch artenreiche, blumenbunte Wiesen aus. Häufige und prägende Arten auf diesen Wiesen sind: Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria), Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Echtes Labkraut (Galium verum), Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) sowie die nicht heimische Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus). In manchen Bereichen dieser Wiesen finden sich Magerkeitszeiger sowie Arten der Kalkmagerrasen, die einen eher trockenen, durchlässigeren Boden anzeigen: Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), Rauer Löwenzahn (Leontodon hispidus), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Arznei-Thymian (Thymus pulegioides).

Bachbett und Kleingewässer

Im Bereich des (trockenen) Bachbettes sowie in der Umgebung der Kleingewässer wachsen Arten, die feuchtigkeitsliebend sind: Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Glieder-Binse (Juncus articulatus), Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Gewöhnliche Teichsimse (Schoenoplectus lacustris).

Gebüsch und Waldbereiche

Die Gebüsche und Waldbereiche werden überwiegend durch verschiedene Weiden-Arten (Salix spp.), Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Hänge-Birke (Betula pendula), Blutrotem Hartriegel (Cornus sanguinea), Hasel (Corylus avellana) sowie Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior) gebildet. Lokal kommen Stiel-Eiche (Quercus robur) und Winter-Linde (Tilia cordata) hinzu. Zusätzlich zu den genannten heimischen Arten finden sich insbesondere im Bereich südlich des Bachbettes die nicht autochthonen Arten Grau-Erle (Alnus incana), Gewöhnliche Fichte (Picea abies), Balsam-Pappel (Populus balsamifera) und Hybrid-Pappel (Populus x canadensis).

Im Gebiet gibt es Vorkommen der Orchidee Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) im Bereich der Gebüsche und Wälder. Das individuenreichste Vorkommen (mind. 50 Exemplare) befindet sich am südwestlichen Rand einer Sukzessionsfläche vor einem mit Balsam-Pappel aufgeforsteten Bereich. Im Gebiet kommt mit dem Übersehenen Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa) eine weitere Orchideenart vor, von der sogar mehr als 200 Exemplare nachgewiesen worden sind.

Besonderheiten der Vegetation:
Wiesen-Salbei RL NRW 3
Gewöhnlicher Feldrittersporn RL NRW 2, RL D 3
Wiesen-Glockenblume RL NRW 2

Besonderheiten der Fauna:
Baumpieper
Kreuz- und Wechselkröte
Kurzschwänziger Bläuling RL NRW 0
Rotbraunes Ochsenauge RL NRW V
Schwalbenschwanz RL NRW V
Haselmaus RL NRW G

Entwicklungsziele und Pflegehinweise

  • Langfristiger Erhalt von strukturreichen Gehölzen und floristisch artenreichem Extensivgrünland.
  • In Gehölzen sollte sich langfristig Alt- und Totholz entwickeln können.
  • Die Offenlandflächen unterliegen bereits einem regelmäßigen Pflegrhythmus.
  • Kleingewässer sollten als Lebensräume für Amphibien und Libellen dauerhaft erhalten bleiben. Zu überprüfen ist, ob einzelne Kleingewässer regelmäßig freigestellt werden sollen, um Pionierarten als Lebensraum zur Verfügung zu stehen.

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