Königshovener Höhe - ehemaliges RBS-Becken

Königshovener Höhe - ehemaliges RBS-Becken

Das ehemalige Kieswerk-Absetzbecken der Rheinischen Baustoffwerke auf der Königshovener Höhe (RBS-Becken) wurde als Lebensraum für Kreuz- und Wechselkröte optimiert. Der Wasserspiegel wurde deutlich gesenkt, sodass etwa ein Drittel der Beckenfläche mit Wasser bespannt ist. Daran schließen sich eutrophe Offenlandbereich an, die in nährstoffarme sandige Bereiche übergehen. Kiesschüttungen an den Böschungen erhöhen das Lebensraumangebot. Das RBS-Becken lässt sich in drei Bereiche gliedern: einen sandigen, trockenen Bereich im Norden, einen mesophilen Bereich in der Mitte sowie zwei eutrophen Teichen, einen großen im südlichen Bereich und einen kleineren im mittleren Bereich.

Der trockene Bereich im Norden wird durch einen z. T. sehr lückigen Bewuchs mit Ruderalarten (z. B. Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens) und Magerkeitszeigern (z. B. Nelken-Haferschmiele Aira caryophyllea) besiedelt. Außerdem ist er mit verschiedenen strauchförmigen Weiden-Arten bestanden. Der steile, trockene Hang, der das gesamte RBS-Becken umgibt, wird zu dieser Fläche gerechnet. Der mittlere Bereich besteht im Wesentlichen aus einer ausgedehnten Ruderalflur, die von z. T. blütenreichen Stauden (z. B. Gewöhnlicher Hornklee Lotus corniculatus, Jakobs-Greiskraut Senecio jacobaea) geprägt ist. Der Übergang zu den Röhrichtzonen der zwei Teiche vollzieht sich allmählich, sodass feuchte Bereiche bereits in der Ruderalfläche auftreten. Die Teiche zeichnen sich durch eine z. T. sehr breite Röhrichtzone mit wasserständig wachsendem Schilfkolben aus; Schwimmblattzone und Tauchpflanzenzone fehlen beiden Teichen praktisch vollständig, wenn man von flottierenden Algenmatten im großen Teich absieht. Am östlichen Ufer des großen Teiches haben sich Zweizahn-Fluren etabliert. Auf der Fläche konnte zudem ein großes Vorkommen der Schwanenblume (Butomus umbellatus) nachgewiesen werden.
Am Standort wurden insgesamt 71 Pflanzenarten nachgewiesen.

Besonderheiten der Vegetation:
Nelken-Haferschmiele RL NRW 3, RL D V
Schwanenblume RL NRW 3, RL D V

Besonderheiten der Fauna:
Drosselrohrsänger RL NRW 1 S (Revier)
Feldlerche, Wiesenpieper
In den Randbereichen Schwarzkehlchen, Baumpieper
Zahlreiche gefährdete Durchzügler
Kleines Wiesenvögelchen RL NRW V
Rotbraunes Ochsenauge RL NRW V
Goldene Acht RL NRW 3
Schwalbenschwanz RL NRW V
Mauerfuchs RL NRW V
Blauflügelige Ödlandschrecke RL NRW 2

Entwicklungsziele und Pflegehinweise

  • Langfristiger Erhalt des offenen Charakters und des Angebotes an zumindest teilweise vegetationsarmen Gewässern und Offenlandlebensräumen für Pionierarten und Offenlandarten.
  • Regelmäßige Entfernung aufkommender Gehölze.
  • Das sich rasch entwickelnde Röhricht sollte beobachtet werden, damit sich keine geschlossenen Bestände etablieren, die zu einer Verdrängung der Pionierarten führen würden.
  • Eine weitere Anlage von Kleingewässern (Tümpeln) für Pionierarten ist zu empfehlen.
  • Auch eine Einbringung einzelner Totholzhaufen ist zu überlegen (Förderung von Reptilien).