Mönchskaul - Ökokonto Notteiche

Ökokonto Notteiche bei Mönchskaul

Es handelt sich um eine ehemalige Ackerfläche, die als Lebensraum für Kreuz- und Wechselkröten gestaltet wurde. Es wurden mehrere Kleingewässer angelegt. Hierzu wurde in weiten Teilen der Oberboden abgeschoben und als kleine Hügel auf der Fläche zusammengetragen. In den durch Abtragung entstandenen nährstoffärmeren Bereichen wurden unterschiedlich große Tonmulden angelegt, in denen sich Wasser sammeln kann. So entstand ein Mosaik aus temporären und dauerhaften Kleingewässern sowie nährstoffarmen und -reichen Offenlandbereichen. Kiesschüttungen bilden einen weiteren Baustein dieses Mosaiks. Am Südwestrand der Fläche wurde auf die Verfüllung der Bohrteiche der angrenzenden Brunnengalerie verzichtet. So entstanden drei weitere Kleingewässer mit umgebenden trockenen, ruderalen Flächen.

Röhrichtzone, Schwimmblattzone und Tauchpflanzenzone sind nicht an jedem Teich - und wenn, dann auch meist nicht optimal - ausgebildet. Hinzu kommen weitere kleine Tümpel, die nur temporär Wasser aufweisen (ephemere Kleingewässer). Die restliche Fläche besteht im Wesentlichen aus einer ausgedehnten Ruderalflur, die von z. T. blütenreichen Hochstauden geprägt ist. Toniger Boden und Bodenverdichtung werden lokal durch das Auftreten von Huflattichfluren gekennzeichnet. Im westlichen Teil dieser Fläche befindet sich eine aufgeschüttete Fläche aus groben Kiessteinen, auf denen nur wenige Arten gedeihen. Darüber hinaus befinden sich die aus Oberboden aufgeschobenen Hügel über die ganze Fläche verteilt, auf denen auffällig eutraphente Arten große Bestände bilden, wie z. B. Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), Große Brennnessel (Urtica dioica). Eine mehr oder weniger artenreiche Wiese auf magerem, sandig-kiesigen Standort ist im Nordosten angelegt worden, die u. a. Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris) enthält. Im weiteren Umfeld dieses Magerwiesenbereiches befinden sich einzelne Bäume und Sträucher oder auch kleine Gruppen von Gehölzen, zumeist verschiedene Weiden-Arten (Salix spp.). Auf dem Standort wurden insgesamt 104 Pflanzenarten festgestellt.

Besonderheiten der Vegetation:
Nelken-Haferschmiele RL NRW 3, RL D V
Wiesen-Salbei RL NRW 3, RL D V

Besonderheiten der Fauna:
Baumpieper
Kreuz- und Wechselkröte
Kleines Wiesenvögelchen RL NRW V
Rotbraunes Ochsenauge RL NRW V
Gemeine und Kleine Binsenjungfer RL NRW V
Kleine Pechlibelle RL NRW 3S, RL D V
Blauflügelige Ödlandschrecke RL NRW 2

Entwicklungsziele und Pflegehinweise

  • Langfristiger Erhalt des offenen Charakters und des Angebotes an vegetationsarmen Kleingewässern und Offenlandlebensräumen für Pionierarten.
  • Die Kapazität der Fläche für Kreuzkröte und Wechselkröte Arten kann durch Anlage weiterer Gewässer (auch größere, dauerhafte Gewässer mit Flachwasserzonen) und von weiteren Kleinstrukturen mit einer Eignung als Sommer- und Winterhabitate in unmittelbarer Gewässernähe erhöht werden. Empfohlen wird ein Einbringen von Sandhaufen und -flächen, Totholz (Wurzelstubben) und Steinhaufen zur Förderung der Versteckmöglichkeiten für Amphibien und Reptilien.
  • Die regelmäßige Freistellung der Umgebung der Gewässer vor sich entwickelnden Gehölzen ist Voraussetzung zur dauerhaften Sicherung der Bestände der Pionierarten.