Köcherfliegen

Die Köcherfliegen sind weltweit mit etwa 6.500 Arten vertreten, in Deutschland kommen 311 Arten vor (vgl. Klima 1998). Sie gehören zu den Insekten mit holometaboler Entwicklung. Die Larven leben fast ohne Ausnahme in Süßwasser. Landlebende Larven sind nur bei der Gattung Enoicyla (zwei Arten) bekannt.

Auch in Mitteleuropa gehören Köcherfliegen-Larven zu den typischen Lebensgemeinschaften von Fließ- und Stillgewässern. Sie sind zur Produktion von Spinnseide befähigt. Mit ihrer Hilfe können sie Gespinste zur Verpuppung anfertigen. Manche Arten bauen sich stationäre Wohngespinste und versorgen sich mit Hilfe von z.T. hoch entwickelten Fangnetzen mit Nahrung. Andere Arten umgeben ihren Körper zunächst mit einer Gespinströhre, an die verschiedene Materialien (z.B. Blätter, Holzstückchen, kleine Steine, Sandkörner) angeklebt werden, so dass ein harter Köcher entsteht. Dieser schützt den empfindlichen Hinterleib, erlaubt aber die Fortbewegung der Larven. Die Köcherkonstruktion der einheimischen Arten ist artspezifisch und wird zur Bestimmung herangezogen. Aufgrund ihrer besonderen Ansprüche an die Gewässerqualität werden Köcherfliegen neben anderen Wirbellosen, die dem Makrozoobenthos zuzuordnen sind, auch zur Bestimmung des Saprobienindex herangezogen. Dieser stellt ein Maß für die Belastung von Fließgewässern mit organischen Stoffen dar. Daneben gelten die Makrozoobenthos als wichtige Indikatoren, um Aussagen über die Strömungsverhältnisse, die Gewässerdynamik, Temperatur, Sauerstoff und Substrate von Gewässern machen zu können (siehe Plachter et al. 2002).

Das Artenspektrum der Gruppe ist mit 205 Arten in NRW (Robert & Wichard 1994, 1999) relativ übersichtlich. Der Kenntnisstand zu Verbreitung und Ökologie der Arten ist gut. Viele Arten entwickeln sich vorzugsweise oder ausschließlich in bestimmten Gewässertypen und weisen spezifische Lebensraumansprüche auf (Klima 1998). Daher ist die Berücksichtigung der Köcherfliegen im Rahmen von Untersuchungen der Wirbellosenfauna von Gewässern sinnvoll und gängig.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

Download Liste der Köcherfliegen [42 KB]