Laufkäfer

Die Familie der Laufkäfer (Carabiden) stellt mit 553 Arten in Deutschland (Trautner et al. 1998) zwar einen eher geringen Anteil am Gesamtartenspektrum der Käfer (Coleoptera), doch ist sie vergleichsweise gut erforscht und wird im Gegensatz zu den anderen Käferfamilien sehr viel häufiger in Untersuchungen einbezogen. Aus diesem Grunde werden die Carabiden hier getrennt von den anderen Käfern vorgestellt.

Der überwiegende Teil der Laufkäfer lebt räuberisch im Bereich der Bodenoberfläche, wobei alle Spektren von Landlebensräumen (Wälder, Felder, Feuchtgebiete usw.) besiedelt werden. Viele Arten sind eng an die jeweiligen mikroklimatischen Bedingungen ihrer Habitate angepasst, so dass das Artenspektrum eines Standortes auch Rückschlüsse auf dessen Zustand zulässt, z. B. auf die Nutzungsintensität von landwirtschaftlichen Flächen, auf den Reifegrad von Wäldern, auf Veränderungen des Feuchtegrades oder die Dynamik von Auen (vgl. Rieken 1990, 1992, Plachter et al. 2002). Aufgrund dieser Indikatorfunktion werden die Laufkäfer häufig im Rahmen zooökologischer Untersuchungen erfasst. Aussagekräftige Ergebnisse liefert die Tiergruppe auch im Hinblick auf die naturschutzfachliche Beurteilung von Zustand und Veränderungen der Kulturlandschaft (siehe Trautner 1995).

Aktuell kann anhand der Laufkäfer als Indikatorgruppe belegt werden, wie wichtig z. B. kaum oder nicht genutzte Rückzugsstandorte (Raine, Säume etc.) und Sonderbiotope (Gewässer, Feucht- und Trockenbiotope) für die Artenvielfalt einer Zoozönose sind und wie sich Arten in Abhängigkeit von Landschaftsstruktur und Bewirtschaftung räumlich und zeitlich einnischen. Dies kann wesentliche Hinweise für die Entwicklung eines Zielkonzeptes für die Rekultivierung im Rheinischen Revier liefern, die nicht nur anpassungsfähigen (euryöken) Arten, sondern auch Spezialisten mit eng definierten ökologischen Ansprüchen (stenöken Arten) Existenzmöglichkeiten bietet.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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