Schmetterlinge

Insgesamt etwa 3.500 Schmetterlingsarten sind in Deutschland heimisch, darunter ca. 1.450, die zu den Großschmetterlingen (Macrolepidoptera) zu zählen sind (Pretscher 1998). In dieser Gruppe stehen 185 Tag- und Dickkopffalterarten mehr als 1.000 Nachtfalterarten gegenüber (Weidemann & Köhler 1996, Pretscher 1998).

Die Schmetterlinge stellen neben den Käfern wohl die bekannteste und am besten untersuchte Tiergruppe innerhalb der Insekten, wenn nicht unter den Wirbellosen insgesamt, dar. Umso verwunderlicher ist es, dass trotz des hohen Bekanntheitsgrades und der vielen entomologischen Vereine mit ihren Spezialisten immer noch zahlreiche Wissenslücken besonders über die bevorzugten Habitate der Larven existieren (Ebert & Rennwald 1991).

Als holometabole Insekten entwickeln sich Schmetterlinge über ein Puppenstadium. Daher unterscheiden sich Nahrungs- und Lebensraumansprüche der Larven (Raupen) und der ausgewachsenen Schmetterlinge deutlich. Die Imagines der Tag- und Nachtfalter sind wahrscheinlich nahezu alle Nektarsauger, wobei es meist eine gewisse Präferenz für einzelne Pflanzenarten oder -gruppen gibt. Manche Arten weisen ein hohes Maß an Blumenstetigkeit auf. Neben Nektar saugen Falter aber auch an feuchter Erde, Früchten, Baumsäften u. a. Die Larven dagegen fressen Blätter, Früchte und Blüten höherer Pflanzen. Zur Nahrung mancher Arten zählen auch Holz oder Wurzeln. Wenige Raupenarten leben ausschließlich räuberisch von anderen Kleintieren. Eine besondere Ernährungsweise, die eng an Ameisennester gebunden ist, weisen die Larven der Ameisenbläulinge auf.

Die Besiedlung von Lebensräumen durch Schmetterlinge hängt vor allem vom Nahrungsangebot ab. Dabei sind nicht nur die Ansprüche der Imagines, sondern auch die der zum Teil hoch spezialisierten Larven für den Lebensraum ausschlaggebend, um ein stetiges Vorkommen von Schmetterlingen zu erreichen. Als besonders gefährdet gelten Arten, die sich auf Trocken- und Halbtrockenrasen, natürliche oder naturnahe Laubwälder, Feldgehölze, Heiden oder Moore spezialisiert haben, da diese Lebensräume in der Vergangenheit größere Flächenverluste erlitten haben (Pretscher 1998).

Die zumindest für die Großschmetterlinge als weitgehend gesichert zu bezeichnende Kenntnis der Imaginal- und Larvalhabitate, die generell hohe Popularität und die vergleichsweise gute Erfassbarkeit hat dazu geführt, dass Tag- und Nachtfalter häufig herangezogen werden, um Aussagen über die Habitatausstattung, das Nebeneinander unterschiedlicher Teillebensräume, das Vorhandensein oder Fehlen von Mikrohabitaten, die Konstanz des Blütenangebots und zahlreicher weiterer Eigenschaften von Lebensräumen machen zu können (Plachter et al. 2002). Damit sind die Schmetterlinge auch für Untersuchungen in der Rekultivierung des Rheinischen Braunkohlenreviers prädestiniert. Dabei sind besonders die zahlreichen Biotope von Interesse, in denen aufgrund des Blütenangebots Bedingungen vorherrschen, die einer Besiedlung mit Schmetterlingen zugute kommen. So werden Möglichkeiten geschaffen, die Vielfalt von Faltern gerade auch auf wiederhergestellten Flächen gezielt fördern zu können.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

Download Liste der Tagfalter [227 KB]
Download Liste der Nachtfalter [726 KB]