Pilzexkursion 2019

Pilze auf der Sophienhöhe

Wenn man zur jetztigen Jahreszeit durch die Wälder streift, kann man ziemlich viele Pilze in den unterschiedlichsten Formen und Farben finden. So auch auf unserer gestrigen Wanderung über die Sophienhöhe mit Fr. Dr. Regina Thebud-Lassak, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Pilzkunde Niederrhein (APN), der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) sowie Geprüfte Pilzsachverständige der DGfM. Sie erklärte uns, welche ökologischen Standortansprüche verschiedenste Pilzarten haben, welche Lebensformen und Funktionen Pilze in der Natur einnehmen und wie man wichtige Esspilze von ihren giftigen Doppelgängern unterscheiden kann. Das Interesse an Pilzen ist enorm: ca. 45 Teilnehmende sind auf die Sophienhöhe zur Pilzsuche mitgekommen. Pilze findet man auf dem Waldboden, auf totem oder lebendigem Holz. Pilze, die totes organisches Material zersetzen, heißen Destruenten und tragen zur Remineralisierung und Bildung von Humus bei. Die Gruppe der Mykorrhiza gehen mit bestimmten Baumarten eine Symbiose ein und manche Pilze sind Parasiten, die lebendes organisches Material befallen. Unterschiedliche Speisepilze wurden gefunden: Riesenschirmling, Sternschuppiger Riesenschirmling und Flaschenstäublinge. Aber auch viele giftige Arten wurden gefunden: Darunter der Gifthäuptling, der Grünblättrige Schwefelpilz sowie der Kahle Krempling. Die gefundenen Pilze wurden in Gruppen sortiert: Von den Holz- oder Baumpilzen waren nur einige vertreten, Weiß- und Braunsporer stachen den Pilzsuchern eher ins Auge. Auch verschiedene Bauchpilze, Rosa- und Schwarzsporer wurden gefunden. Den Riesenschirmling, auch Parasol genannt, sieht man auf der Sophienhöhe zurzeit überall. Erkennbar ist er an seinem riesigen Schirm und dem genattertem Stiel in beige-brauner Farbe. Der Wiesenzwergchampignon ist eine Rote Liste Art und kommt in diesem Jahr sehr häufig vor. Auch den Weiden-Schüppchenschnitzling – Rote Liste 2 NRW konnten wir auf der Sophienhöhe finden. Die Gruppe der Röhrlinge ist für Pilzanfänger leicht erkennbar. Hier auf der Sophienhöhe wurden viele Goldröhrlinge gefunden, die nur unter Lärchenbeständen vorkommen. Wichtig beim Sammeln von Pilzen ist es, den Fruchtkörper vorsichtig herauszudrehen, ohne dass das Mycel beschädigt wird. Auch sollte man sich für die bessere Bestimmung den Standort und die umstehenden Bäume anschauen. Einem Pilz sieht man von oben betrachtet nicht direkt an, was er ist. Daher ist es wichtig, sich den Pilz von der Unterseite genau anzuschauen. Auch der Geruch spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung. Die Verteilung von Pilzsporen ist auch unterschiedlich von Art zu Art: Bei manchen Arten werden die Sporen bei Berührung des reifen Fruchtkörpers in einer Wolke freigegeben. Die gefundenen Pilze wurden allesamt für die Forschungsstelle dokumentiert und sorgten auch für das ein oder andere leckere Abendessen.

Eindrücke von der Pilzexkursion auf die Sophienhöhe. (Fotos: M. Gutmann)