Ringelnatter


Ringelnatter


Natrix natrix

Ringelnatter in der Rekultivierung Inden (Foto: F. Kirstein)

Lebensraum Flachwasser- und Röhrichtzonen

Für den Lebensraum Flachwasser- und Röhrichtzonen wurde die Ringelnatter als Zielart definiert.

Die Ringelnatter ist eine Charakterart für Gewässer mit vielseitigen Vegetationsstrukturen. Die Ringelnatter dient im Rahmen der Biodiversitätsstrategie als Zeiger für Gewässer mit ausgeprägten Flach- und Röhrichtzonen. Aufgrund der Habitatansprüche der Art soll die Rekultivierung dem Ziel gerecht werden, eine möglichst hohe Arten- und Strukturdiversität zu erreichen, um für diese Art einen stabilen Lebensraum zu schaffen.

Schutzbedürftigkeit und Gefährdung

Nordrhein-Westfalen: 2

Verbreitung im Rheinischen Revier

Nachweis der Ringelnatter in der Rekultivierung Inden.

Lebensraum

  • Uferlandschaften, Gewässer und Feuchtwiesen
  • Primär in offenen und halboffenen Habitaten
  • Bestückt mit Gewässern und Mosaik aus vielseitigen Vegetationsstrukturen
  • Habitat Elemente: Trockene Winterquartiere, Eiablage- und Sonnenplätze sowie Jagdgebiete für die unterschiedlichen Altersklassen
  • Typische Fundorte sind Bäche, Flüsse, Grabensysteme, Teiche und Seen, Feuchtwiesen, Moore, Sümpfe und deren jeweilige Umgebung; auch in Laub- und Kiefernwäldern

Biologie

  • Tagaktive Tiere
  • Einzelgänger
  • 60-100cm Länge; Weibchen sind meist deutlich größer
  • Winterquartier: frostfreie und trockene Laub-, Kompost-, Erdhaufen sowie Hohlräume im Boden, Felsen, Bäumen und Mauerwerk; von Ende September bis Anfang April
  • Tiere können über 1 km zwischen verschieden Lebensräumen im Jahr wechseln je nach Ansprüchen
  • Paarungszeit: Ende April bis Mai; Eier werden über den Sommer abgelegt meist in verrottendes Material, um konstante Wärmezufuhr zu gewährleisten
  • Einzelgelege von 10-30 Eier, die meist mit anderen Weibchen zusammen gelegt werden; Schlupf folgt anschließend von Ende Juli bis in die Herbstmonate
  • Geschlechtsreif ab dem dritten Lebensjahr
  • Ernährung: Fische, Frösche, Kröten und kleine Säuger

Gefährdung und Ursachen

  • Verlust von Saumbiotopen, Ödland-Flächen und Waldlichtungen
  • Verlust und Zerstörung von Eiablageplätzen durch Pflege- und Reinigungsmaßnahmen
  • Verlust von vielseitigen Vegetationsstrukturen
  • Trockenlegen von Mooren und anderen Fließgewässern
  • Verlust von Klein- und Kleinstgewässern
  • Gewässerregulierung
  • Zerschneiden von Lebensräumen
  • Verlust von Überschwemmungszonen

Schutz- und Fördermaßnahmen

  • Künstliches Anlegen von Eiablageplätzen
  • Ausbringen von Schlangenbrettern
  • Schaffung von Amphibiengewässern
  • Vernetzung unterschiedlicher Feuchtgebiete und Kleistgewässern durch Trittsteinelemente
  • Schaffung von Waldlichtungen
  • Besucherlenkung in Uferbereichen