Bienenfresser


Bienenfresser



Merops apiaster



Bienenfresser in der Rekultivierung Inden (Foto: P. Stollwerk)

Lebensraum Steile Extremflächen

Für den Lebensraum Steile Extremflächen wurde der Bienenfresser als Zielart definiert.

Der Bienenfresser ist eine Charakterart für Offenlandschaften, die hohe Ansprüche an ihre Brut- und Nahrungshabitate hat und auf hohe Vorkommen von Insekten angewiesen ist. Der Bienenfresser dient im Rahmen der Biodiversitätsstrategie als Zeiger für steile Extremflächen im Offenland. Aufgrund der Habitatansprüche der Art soll die Rekultivierung dem Ziel gerecht werden, eine möglichst hohe Arten- und Strukturdiversität zu erreichen, um für diese Art einen stabilen Lebensraum zu schaffen.

Schutzbedürftigkeit und Gefährdung

Nordrhein-Westfalen: RS

Verbreitung im Rheinischen Revier

Nachweis des Bienenfressers in der Rekultivierung Garzweiler, Bergheim und Inden.

Lebensraum

  • Typisch in Offenland lebende Art
  • hauptsächlich Abgrabungsgebiete wie Braunkohle- oder Kiesgruben sowie Abbrüche von Ufern oder Hohlwege
  • Nahrungshabitate im maximalen Abstand von 4 km um die Bruthabitate mit hoher Dichte an großen Fluginsekten
  • wichtiges Strukturelement: Ansitze wie Masten, Pfähle, Leitungen und Äste
  • Habitatkomplexe: Bergbaubiotope, Fließgewässer, Quellen, Offenlandbiotope, Grünland, Grünanlagen, Magerrasen, Ruderalfluren und Ufer von Stillgewässern
  • Reproduktionshabitat: Bergbaubiotope, Fels-, Gestein-, und Offenlandbiotope

Biologie

  • Thermophile Art
  • brütet in selbst gegrabenen Höhlen in Steilwänden
  • Brüten in Kolonien
  • Langstreckenzieher; die Winterquartiere liegen in Savannengebieten Süd- und Westafrikas
  • Für Zugvögel halten sich Bienenfresser nur kurz im Brutgebiet auf; Einwanderung: Anfang Mai; Abwanderung: September
  • Monogame, saisonale Ehen mit einer Brut
  • Eiablage: Mai-Juni; Gelegegröße: 5-7 Eier; Brutdauer: 20-22 Tage; Nistlingsdauer: 31-33 Tage
  • Altvögel sind von Juni-Juli an Nistplätze gebunden
  • letzte Jungvögel verlassen bis August die Nester
  • Ernährung: Wespen, Bienen, Libellen und andere große Fluginsekten

Gefährdung und Ursachen

  • Verlust und Entwertung von störungsarmen, frisch angerissenen und vegetationsfreien Steilwänden
  • Verlust oder Entwertung von insektenreichen Flächen
  • Störung der Brutplätze von Mitte Mai - Mitte August

Schutz- und Fördermaßnahmen

  • Schutz und Erhalt und Entwicklung von Nistplätzen
  • Anlegen von künstlichen Nistplätzen: frisch angerissene, standstabile Steilwände bevorzugt aus Löß mit 2 m Höhe und 15-30 m Breite
  • Erhalt und Entwicklung von mageren Standorten und Flachwassertümpeln zur Förderung von Insekten
  • Erhalt von Schlafplätzen und Sitzwarten
  • Störungsschutz der Brutplätze von Mitte Mai bis Mitte August
  • Erhalt gut strukturierter, artenreicher Grünlandgebiete