Kreuzkröte


Kreuzkröte



Bufo calamita



Kreuzkröte in der Rekultivierung Garzweiler (Foto: K. Görgen)

Lebensraum Feuchte Extremflächen

Für den Lebensraum Feuchte Extremflächen wurde die Kreuzkröte als Zielart definiert.

Die Kreuzkröte ist eine Charakterart für sandige Offenlandschaften mit überwiegend sonnenexponerten Flachgewässern. Die Kreuzkröte dient im Rahmen der Biodiversitätsstrategie als Zeiger für strukturreiche Offenlandschaften mit Laichgewässern. Aufgrund der Habitatansprüche der Art soll die Rekultivierung dem Ziel gerecht werden, eine möglichst hohe Arten- und Strukturdiversität zu erreichen, um für diese Art einen stabilen Lebensraum zu schaffen.

Schutzbedürftigkeit und Gefährdung

Deutschland: V
Nordrhein-Westfalen:
Niederrheinische Bucht:

Europaweit geschützt nach FFH-Richtlinie: Anhang IV
„streng geschützt“ gemäß Bundesnaturschutzgesetz

Verbreitung im Rheinischen Revier

Nachweis der Kreuzkröte in allen rekultivierten Bereichen des Rheinischen Reviers.

Lebensraum

  • Trockenwarme Gebiete
  • Lockere und sandige Böden
  • Offene, vegetationsarme bis vegetationsfreie Flächen
  • Ausreichende Versteckmöglichkeiten
  • Vegetationsfreie, sonnenexponierte Gewässer (Flach- bzw. Kleinstgewässer) als Laichplätze mit einem pH- Wert von ca. 4
  • Häufig anzutreffen in rekultivierten Bereichen

Biologie

  • Subadulte Tiere: dämmerungs- und nachtaktiv, sowie tagaktiv
  • Alttiere: überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
  • Anlocken der Weibchen durch Paarungsrufe; Laichzeit: von April bis in den Mai; Ablage von ein- oder zweireihigen, perlenkettenartigen, ein bis zwei Meter langen Laichschnüren
  • Ernährung: Würmer, Schnecken, Spinnen, Insekten

Gefährdung und Ursachen

  • Zerstörung und Beeinträchtigung von Kleingewässern: Zuschüttung, Eintrag von Müll, Sukzession und Fischbesatz
  • Verschlechterung der Gewässergüte durch Nährstoff- und Schadstoffeintrag (Dünger, Gülle, etc.)
  • Begradigung von Auenlandschaften
  • Austrocknung der Laichplätze durch Sonneneinstrahlung
  • Zerschneidung der Lebensräume und Wander- und Ausbreitungskorridore durch Wegebau
  • Nutzungsintensivierung bislang extensiv genutzter Acker- und Grünlandflächen
  • Intensive Freizeitnutzung

Schutz- und Fördermaßnahmen

  • Erhaltung und Entwicklung, ggf. Neuanlagen von Laichgewässern
  • Freistellen von zu stark beschatteten Kleingewässerkomplexen
  • Offenhalten von Rohbodenstellen und vegetationsarmen Flächen durch Abschieben des Oberbodens
  • Reduzierung von Schadstoff- und Nährstoffeinträgen im Bereich von Laichgewässern durch Anlage von Pufferzonen
  • Lenkung der Freizeitnutzung im Umfeld der Laichgewässer
  • Umsetzung geeigneter Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen in Bereichen der Wanderkorridore (z.B. Amphibienzäune)