Spechtwald Sophienhöhe


Spechte


Grauspecht (Picus canus); Grünspecht (Picus viridis); Schwarzspecht (Dryocopus martius); Mittelspecht (Dendrocopus medius); Kleinspecht (Dryobates minor); Buntspecht (Dendrocopos major)

Mittelspecht auf der Sophienhöhe (Foto: N. Wolf)

Gesamtraum Wald

Für den Gesamtraum Wald wurden die Spechte als Zielgruppe definiert.

Die Gruppe der Spechte dient im Rahmen der Biodiversitätsstrategie als Zeiger für den Reifegrad dieser Waldflächen. Aufgrund der Habitatansprüche der hier ausgewählten planungsrelevanten Arten soll die Rekultivierung dem Ziel gerecht werden, eine möglichst hohe Arten- und Strukturdiversität zu erreichen, um für diese Artengruppe einen stabilen Lebensraum zu schaffen.

Der Grauspecht ist Charaktervogel alter, strukturreicher Laub- und Mischwälder und benötigt zur Nahrungsaufnahme strukturreiche Waldränder und einen hohen Anteil an Lichtungen und Freiflächen.
Der Grünspecht benötigt parklandschaftsähnliche Strukturen, ausgeprägte Waldränder bis zu Streuobstwiesen. Da er sich vor allem von Ameisen ernährt, benötigt er ausreichend magere, offene bis halboffene Flächen.
Der Schwarzspecht benötigt ausgedehnte, zusammenhängende Waldflächen mit möglichst hohem Totholzanteil. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus holzbewohnenden Wirbellosen und Ameisen.
Der Mittelspecht gilt als Chrakterart von Eichen-Hainbuchen- und Buchen-Eichen-Wäldern mit hohem Totholzanteil. Zusammenhängende Waldgebiete sollten mind. 30ha groß sein.
Der Kleinspecht besiedelt parkähnliche laub- und Mischwälder mit hohem Totholz- und Altholzanteil. Er ist ein Übergangsbesiedler zum dörflichen Siedlungsraum.
Der Buntspecht kommt im Wald wie auch parkähnlichen Strukturen vor und hat die größte Standortamplitude. Er ist meist die erste vorkommende Spechtart.

Schutzbedürftigkeit und Gefährdung

Nordrhein-Westfalen:
Grauspecht: 2S
Grünspecht: *
Schwarzspecht: *S
Mittelspecht: V
Kleinspecht: 3
Buntspecht: *

Verbreitung im Rheinischen Revier

Nachweis des Buntspechtes, des Grünspechtes, des Kleinspechtes, des Mittelspechts und des Schwarzspechtes sowie des Wendehals in den ca. 40 Jahre alten Aufforstungen der Sophienhöhe. Alle oben genannten Spechtarten sind in den rekultivierten Villewäldern nachgewiesen.

Lebensraum

  • Teils dichte, unzerschnittene Laub- und Mischwaldbereiche über 30 ha
  • Teils hoher Anteil von Lichtungen und Freiflächen, zusätzlich ausgeprägte Waldränder und Sonderflächen wie extensive Obstbaumwiesen.
  • Hoher Altbaum- und Totholzanteil, modernde Baumstümpfe
  • Vorkommen von Ameisen

Biologie

  • höhlenbrütende Vogelart, Brut in Stammfäulnisbereichen oder selbstbauend
  • Schwarzspecht 250-400ha Wald pro Brutrevier, Mittelspecht 0,5-2,5 Brutpaare auf 10ha
  • Eiablage Schwarzspecht ab Ende März, sonst Mitte bis Ende April
  • Nahrung: Ameisen, holzbewohnende Insekten
  • Nahrungsflächen: Altwald, Totholz, mageres Substrat in Offenlandbereichen, strukturreiches parkähnliches Waldgebiet
  • Standvogel

Gefährdung und Ursachen

  • Verlust von Altwaldbereichen, Verlust von Totholz
  • Zerschneidung und Verkleinerung des Lebensraumes
  • Entwertung von Ameisenhabitaten
  • Störung der Brutplätze von März-Juli

Schutz- und Fördermaßnahmen

  • Erhaltung von Altwaldbereichen
  • Förderung von Altwaldstrukturen wie Aufstellen von Altholzstämmen und Ablagerung von Wurzelstubben und Wurzelstämmen
  • Förderung von Ameisenhabitaten
  • Entwicklung von strukturreichen breiten Waldrändern, mageren und offenen Freilandflächen
  • Erhaltung und Schutz von Höhlenbäumen
  • Grauspecht: 10 Alt- und Totholzbäume pro ha