Zauneidechse


Zauneidechse


Lacerta agilis

Zauneidechse auf der Sophienhöhe (Foto: A. Schumacher)

Lebensraum Trockene Extremflächen

Für den Lebensraum Trockene Extremflächen wurde die Zauneidechse als Zielart definiert.

Die Zauneidechse ist eine Charakterart für stark sonnenexponierte Gebiete mit vielen Versteckmöglichkeiten wie Stein- und Holzhaufen. Die Zauneidechse dient im Rahmen der Biodiversitätsstrategie als Zeiger für den Zustand von trockenen Extremstandorten. Aufgrund der Habitatansprüche der Art soll die Rekultivierung dem Ziel gerecht werden, eine möglichst hohe Arten- und Strukturdiversität zu erreichen, um für diese Art einen stabilen Lebensraum zu schaffen.

Schutzbedürftigkeit und Gefährdung

Nordrhein-Westfalen: 2

Verbreitung im Rheinischen Revier

Nachweis der Zauneidechse in den Rekultivierungsbereichen Hambach und Garzweiler sowie allen Altrekultivierungsbereichen.

Lebensraum

  • reich strukturierte, offene Lebensräume mit häufigem Wechsel von lichten und dichten Vegetationsstrukturen zur Flucht und Thermoregulation
  • Habitat-Komplex: Heidegebiete, Halb- und Trockenrasen sowie Uferbereiche
  • Strukturelemente: Gras- und vegetationsfreie Flächen, Gehölze, verbuschte Bereiche, krautige Hochstaudenflure, Baumstubben und Steinhaufen mit Sandlinsen
  • Boden: lockeres und sandiges Substrat mit leicht feuchten Eigenschaften

Biologie

  • Tagaktive, thermophile Tiere
  • Reviergröße von 100 m² (bei saisonalen Revierwechseln 1400-3800 m²)
  • Meist ein, selten zwei Gelege pro Jahr mit je 9-14 gelegten Eiern
  • Paarungszeit: Ende April-Mitte Juni; Eiablage: Ende Mai-Anfang Juli; Schlupf: August bis September; Geschlechtsreife wird im 3-4 Lebensjahr erreicht
  • Zur Eiablage werden sonnenexponierte, vegetationsfreie und sandige Plätze genutzt
  • Winterruhe von September/ Mitte September bis März/ Mitte April
  • Ernährung: räuberisch; hauptsächlich Insekten und andere Gliedertiere

Gefährdung und Ursachen

  • Bebauung von natürlichen Lebensräumen
  • Entwertung von Lebensräumen durch Aufforsten, Nutzung als landwirtschaftliche Nutzfläche, Begrünung, Begradigung und Verbuschung
  • Zerstören von Kleinstrukturen wie Rainen, Säumen und Hecken
  • Nutzungsintensivierung von Grünlandflächen
  • Dünger und Biozid Einsatz
  • Zerschneiden von Lebensräumen durch Straßen und Wegebau

Schutz- und Fördermaßnahmen

  • Erhalt und Entwicklung von strukturierten und offenen Lebensräumen
  • Vernetzung von Lebensräumen
  • Verzicht auf Aufforstungen
  • Pflege von Offenlandflächen
  • Artgerechte Gestaltung von Waldrändern (Lichtungen, Wege, Böschungen)
  • Trittsteinelemente wie bspw. Steinhaufen an offenen, sonnenexponierten Flächen
  • Verzicht auf Mulchen
  • Habitatoptimierungen im Umkreis von 500 m (Entbuschungsarbeiten; Förderung von Kleinststrukturen für Thermoregulation, Fortpflanzung, Überwinterung; Versteckmöglichkeiten)
  • Anlage einer Pufferzone zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen
  • Umsiedlung bzw. übergangsweise Gefangenschaftshaltung (beeinflusst das genetische Material von Populationen und Teilpopulationen stark)