Haselmaus

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) zählt in Deutschland zu den geschützten Tierarten. Trotz ihres Namens und dem ähnlichen Körperbau ist sie keine Maus, sondern gehört zur Familie der Bilche (Gliridae). Sie ist leicht an den großen, schwarzen Augen und dem buschigen Schwanz erkennbar.

Haselmaus (Foto: M. Stollberg).

Sie lebt an naturnahen Waldrändern sowie in artenreichen Strauchfluren und klettert geschickt in den Zweigen und Ästen herum auf der Suche nach Haselnüssen, Knospen, Brombeeren und anderen Baumfrüchten. Auch im Tagebauvorfeld findet man die kleinen Nagetiere. Da ihr Lebensraum durch den Tagebau in Anspruch genommen wird, müssen die Haselmäuse sowie weitere geschützte Tierarten umgesiedelt werden.

Die Haselmaus ist ein geschickter Kletterer (Foto: O. Tripp).

Im Tagebauvorfeld bringt man Haselmauskästen an, um die Tiere finden und transportieren zu können. Dabei handelt es sich um künstliche Baumhöhlen, in denen die kleinen Nager bevorzugt ihre Nester bauen. Diese Kästen werden gut angenommen, da sie Schutz vor Prädatoren bieten. Bei ihnen ist der Eingang, anders als bei Vogelnistkästen, auf der Rückseite. So können die Haselmäuse geschützt am Baum entlang in den Kasten klettern.

Hier wird gerade ein neuer Haselmauskasten aufgehängt (Foto: O. Tripp).

Die nachtaktiven Haselmäuse bauen ihre kugelförmigen Nester, sogenannte Kobel, für gewöhnlich in Baumhöhlen oder zwischen Zweigen in Sträuchern. Sie bestehen hauptsächlich aus Blättern und Gräsern. In jedem Nest lebt in der Regel nur eine Haselmaus oder ein Weibchen und ihre Jungen.

Wenn die Kästen bewohnt sind, kann man die Haselmäuse tagsüber, während sie schlafen, einfach an ihren neuen Standort transportieren. Während des Winterschlafs, den die Haselmaus unter Wurzeln oder der dichten Laubschicht verbringt, finden keine Umsiedlungen statt.

In den Kasten baut sich die Haselmaus einen gemütlichen Kobel (Foto: O. Tripp).

Der ganze Umsiedlungsprozess wird dokumentiert. Jede umgesiedelte Haselmaus wird gewogen, einem Geschlecht zugeordnet und mit einer Nummer markiert. Die Kästen werden ebenfalls markiert. So kann man die Ausbreitung der Haselmaus in der Rekultivierung wissenschaftlich untersuchen. Es zeigt sich, dass das Tier hier optimale Lebensbedingungen vorfindet und sich prima vermehrt.

Während der Umsiedlung werden die Tiere genau untersucht und dokumentiert (Foto: O. Tripp).

Um alle Nistkästen wiederfinden zu können, werden ihre GPS Daten gespeichert. Zusätzlich zu den bewohnten Kästen werden noch weitere aufgehängt, die dann dem Nachwuchs als künstliche Baumhöhlen dienen.

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