Bleibtreusee

Blick von dem am Nordufer befindlichen Strandbad auf die Wasserski-Anlage (Foto: K. Görgen).

Der Bleibtreusee ist ein Tagebaugewässer westlich von Brühl, das aus den ausgekohlten Tagebauen Gruhlwerk und Bleibtreu entstand. Etwa bis 1968 bestanden zwei Teilseen, die im Zuge des Grundwasseranstiegs zusammenwuchsen. Die heutige Gestalt des mit 74,2 ha Fläche größten Sees der Ville-Seenplatte bildete sich etwa 1974 heraus. Anfang der 1980er Jahre wurde das Gewässer aufgrund seiner hohen Phosphorkonzentrationen einer Gewässertherapie unterzogen. Dabei wurde der See fast vollständig abgelassen und wiederaufgefüllt.

Der Bleibtreusee wird oberirdisch vom Nordfeldweiher und über einen Stollen gespeist und entwässert im Osten in den Heider Bergsee. Das Ufer des Sees ist bewaldet und weist keine klassischen Röhrichtzonen, sondern nur schmale Röhrichtstreifen auf.

Nutzung

Der See mit einer Maximaltiefe von 12,8 m ist Teil des Landschaftsschutzgebiets Villeseen und dient in erster Linie der intensiven Erholungsnutzung und weniger dem Naturschutz. Er wird als Bade-, Surf-, Segel- und Angelgewässer genutzt und ist von allen Seiten zugänglich. Seit 2007 wird zudem eine Wasserski-Anlage betrieben, die jedoch weniger eine Störung der Avifauna darstellt, als das häufige Anlegen von Angelbooten in Uferbereichen. Seit einiger Zeit sind die Wasserport-Nutzung des Gewässers und die Befahrung mit Booten von Anfang Dezember bis Ende April untersagt. In den vergangenen vier Jahren wird dieses Verbot verstärkt berücksichtigt, sodass sich der Bestand der Wasservögel seitdem wieder erholt und das Gewässer vor allem Wintervögeln als Rastgewässer dient.

Besonderheiten der Fauna

Am Bleibtreusee wurden eine mittlere Anzahl von gewässertypischen Brutvogelarten (7 ungefährdete Arten, u .a. Graugans, Haubentaucher, Teichrohrsänger) und eine hohe Anzahl von Gastvogelarten festgestellt: Unter den 18 nachgewiesenen Durchzüglern und Wintergästen fanden sich neben häufigen oder mäßig häufigen Rastvögeln wie Tafelente, Krickente und Pfeifente auch seltene Arten wie Schwarzhalstaucher, Bergente (RL NRW w R), Eisente (RL NRW w V) und Moorente (RL NRW w 1). Mehrere Arten stellen sich regelmäßig in so hohen Individuenzahlen ein, dass eine regionale oder landesweite Bedeutung als Rastgewässer vorliegt: für Blässralle, Haubentaucher, Kormoran ist der Bleibtreusee regional bedeutsam, für Schellente und Tafelente landesweit bedeutsam.

Vorgeschlagene Optimierungs- bzw. Erhaltungsmaßnahmen

Mit dem Verbot einer Befahrung des Gewässers im Zeitraum Dezember bis April werden nutzungsbedingte Störwirkungen aufziehende und überwinternde Wasservögel wirksam reduziert. Die Beibehaltung dieser Restriktionen wird als vordringliche Zielvorstellung für den Bleibtreusee formuliert.

Der Haubentaucher ist am Bleibtreusee Wintergast in hoher Anzahl (regional bedeutsames Rastgewässer) sowie Brutvogel (Foto: U. Hürten).

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