Fürstenberggraben

Größeres Stillgewässer im Fürstenberggraben mit Schilfbeständen und Ufergehölzen (Foto: A. Keller).

Der Fürstenberggraben ist ein durchschnittlich 70 m breiter Grünzug zwischen dem Boisdorfer See und dem Fürstenbergmaar. In der offenen Feldflur ist der Fürstenberggraben eine wichtige Grünverbindung zwischen den beiden Seen. Auf seiner halben Länge mündet von Nord-Osten kommend ein kleiner Bach (kommt aus der sog. „Grünen Lunge“). Von dort an führt der Graben ganzjährig Wasser in Richtung des Boisdorfer Sees und fließt dabei durch drei naturnahe Teiche und Tümpel.

Die Ufer des Fürstenberggrabens, der zum Teil den Charakter eines Auwaldes aufweist, sind mit Schilf, Rohrkolben und Weiden bewachsen. In den vergangenen Jahren ist die Sukzession von Gehölzen und Schilfgewächsen entlang des Grabens stark fortgeschritten.

Besonderheiten der Fauna

Der Fürstenberggraben hat eine hohe Bedeutung für Libellen: Aus der Artengruppe konnten 2017 28 Spezies nachgewiesen werden, darunter 8 Arten, die in der Roten Liste NRW einer Gefährdungskategorie oder der Kategorie Vorwarnliste zugeordnet sind. Hierzu gehören Scharlachlibelle (RL NRW 3) und Spitzenfleck (RL NRW 2), die jeweils mit bodenständigen Populationen vorkommen. Für Libellen geeignete Lebensräume sind im Fürstenberggraben im Zuge der Sukzession stark zurückgegangen. Dementsprechend sind einige Arten wie Scharlachlibelle (RL NRW 3), Gemeine Binsenjungfer (RL NRW V) und Kleiner Blaupfeil (RL NRW V) stark rückläufig, früher vorhandene Vorkommen der Kleinen Pechlibelle (RL NRW 3 S) und weiterer typischer Arten offener besonnter Gewässer sind bereits erloschen

Die Gewässer im Fürstenberggraben bieten weiterhin Lebensräume für gewässer- bzw. röhrichttypische Brutvogelarten. 2017 wurden 6 dieser Arten nachgewiesen. Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen der in Röhricht- und Verlandungsvegetation brütenden Wasserralle (RL NRW 3), die mit insgesamt 8 Revieren in einer außergewöhnlichen Siedlungsdichte auftrat.

Vorgeschlagene Optimierungs- bzw. Erhaltungsmaßnahmen

Um einer weiteren Verschlechterung der Lebensraumbedingungen entgegenzuwirken und das besondere Potenzial des Fürstenberggrabens für eine artenreiche Libellenzönose zu erhalten, ist die Durchführung von Pflegemaßnahmen (Freistellung von Gewässern bzw. Uferbereichen) erforderlich.

Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa) (Foto: H.-W. Wünsch/ H. Gospodinova).

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