Villenhofer Maar

Im nördlichen Bereich des Villenhofer Maares wachsen großflächige dichte Bestände von Seerosen (Nymphaea spp.) (Foto: A. Keller).

Das Villenhofer Maar ist 1936 entstanden und gehört somit zu den ältesten Gewässern in der Ville. Das ca. 4,5 ha große Gewässer weist großflächige dichte Bestände von Seerosen auf. Weiterhin ist eine dichte Submersvegetation ausgebildet, u. a. aus Laichkraut- und Tausendblatt-Arten. Größere Röhrichte sind nicht vorhanden. Die Uferbereiche sind durch angrenzende Waldbestände und Ufergehölze weitgehend beschattet.

Nutzung

Nahe dem nördlichen und südlichen Gewässerufer verlaufen Forstwege, die zur Naherholung genutzt werden. Von dem südlichen Weg aus verlaufen mehrere Pfade zum Ufer. Am Nordufer führen zwei frei zugängliche Angelstege auf die Wasserfläche. Das Gewässer unterliegt Störwirkungen durch Erholungsnutzung. Es wird auch von Anglern genutzt. Das Villenhofer Maar liegt im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Waldseengebiet Ville.

Besonderheiten der Fauna

Das Villenhofer Maar hat eine besondere Bedeutung für Libellen. Die Artengruppe kommt mit einer hohen Diversität (30 Spezies) und einem hohen Anteil seltener und gefährdeter Arten vor – 10 der im Jahr 2017 nachgewiesenen Libellenarten sind einer Kategorie der Roten Liste NRW zugeordnet. Darunter befinden sich mit Keilfleck-Mosaikjungfer (RL NRW 1), Spitzenfleck (RL NRW 2) und Zierlicher Moosjungfer (RL NRW D) hochgradig gefährdete bzw. seltene Arten mit stabilen bodenständigen Vorkommen.

Die Attraktivität für Brut- und Gastvögel ist dagegen aufgrund der eingeschränkten Strukturvielfalt und Störwirkungen durch Erholungsnutzung gering. Mit dem Baumfalken (RL NRW 3) wurde eine gefährdete Art als Nahrungsgast registriert.

Vorgeschlagene Optimierungs- bzw. Erhaltungsmaßnahmen

Vermeidung eines erhöhten Fischbesatzes, Vermeidung einer übermäßigen Entfernung von Submersvegetation und die Information von Besuchern über negative Auswirkungen einer Fütterung von Wasservögeln auf das Gewässer (Infotafel).

Spitzenfleck (Libellula fulva) (Foto: H.-W. Wünsch/ H. Gospodinova).

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