Waldinnenränder 2019

Untersuchungsschwerpunkt 2019: Waldinnenränder

Waldränder spielen eine wichtige Rolle für die Sicherung der Waldbestände sowie für den Naturschutz und das Naturerlebnis der Waldbesucher.

Insgesamt ist der Anteil der Waldränder an der deutschen Waldfläche keinesfalls zu unterschätzen. Die Bundeswaldinventur hat allein für die Außenränder eine Länge von über 375 000 km ermittelt (aid infodienst 2016).

Man unterscheidet zwei Arten von Waldrändern

Unterschieden werden Waldaußenränder, die die Grenze zum umgebenen Offenland markieren und Waldinnenränder, die sich vor allem an Waldwegen, entlang von schmalen Straßen, Fließgewässern und am Rand von kleinen Stillgewässern, Wildwiesen und waldfreien Sonderbiotopen befinden.

Während die Waldaußenränder eine Schutzfunktion in Bezug auf klimatisch bedingte Gefahren, wie z. B. Windwurf, Erosion und Laubabdrift, übernehmen, sind Waldinnenränder besonders wichtig für die Vernetzung unterschiedlicher Sonderbiotope innerhalb des Waldes und die Förderung der Standort- und Artenvielfalt.

Ein gesunder Waldrand ist in Stufen aufgebaut

Idealerweise sind Waldränder in Stufen aufgebaut. Im extensiv genutzten Krautsaum finden sich Gräser, Seggen, Binsen und Wiesenblumen. Verschiedene Kleinststrukturen wie Stein-, Löss- und Asthaufen sowie Brombeer- oder Brennnesseldickichte leiten zum Strauchgürtel über. Hier finden sich überwiegend Jungbäume und Sträucher mit Beeren
und Dornen. Fließend geht der Strauchgürtel in den Waldmantel über, der die Randbäume des Bestandes und stehendes Totholz umfasst.

Links: Gut ausgeprägter, lichter Waldinnenrand mit Saum- und Heckenstrukturen. Rechts: Weniger gut ausgestalteter Waldinnenrand mit Bäumen erster Ordnung direkt am Weg.

Bereicherung der biologischen Vielfalt

Aufgrund des kleinflächigen Wechsels von Licht- und Feuchteverhältnissen auf engstem Raum zeigt sich die Vegetation besonders vielfältig und formenreich und bietet gleichzeitig zahlreichen Tierarten Nahrung, Unterschlupf, Nist- und Brutplätze. Besonders Schmetterlinge, Käfer und Vögel mögen die lichten und lückigen Strukturen. Aber auch Wildbienen, Ameisen oder die wärmeliebenden Reptilien mögen sonnenexponierte, vegetationsarme Bereiche. Fledermäuse nutzen den Luftraum entlang der Waldränder zur Jagd und zur besseren Orientierung.

Geplante Untersuchungen 2019

2019 werfen wir im Rahmen unseres jährlichen Untersuchungsprojekts einen genaueren Blick auf die Waldinnenränder der Sophienhöhe. Hierzu werden Waldinnenränder unterschiedlicher Qualitäten faunistisch untersucht. Dabei werden wir uns neben den Vögeln, Haselmäusen, Fledermäusen und Reptilien auch den Faltern und Wildbienen widmen.

Ziel ist es herauszufinden, wie die Waldinnenränder idealerweise ausgestaltet sein sollten, um als Habitat oder Vernetzungsstruktur im Lebensraum Sophienhöhe wirksam zu sein und welche Erkenntnisse sich im Hinblick auf eine optimale Planung in der Rekultivierung ableiten lassen.

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Haselmaus (Foto: M. Stollberg)
Haselmaus (Foto: M. Stollberg)
Zauneidechse (Foto: A. Schumacher)
Zauneidechse (Foto: A. Schumacher)
Kaisermantel (Foto: H. Bombelka)
Kaisermantel (Foto: H. Bombelka)
Grünfink (Foto: N. Wolf)
Grünfink (Foto: N. Wolf)