Sonderstandorte

Nach der Rekultivierungsrichtlinie ist es möglich, kleinflächig auch andere Substrate als Löss, Lösslehm und pleistozäne Terrassenschotter einzusetzen. Vielfach werden beispielsweise sorptionsschwache quartäre Kiese und Sande verkippt, um nährstoffarme trockenwarme Sonderstandorte zu erzeugen. Um wechselfeuchte Lebensräume mit ephemeren Kleinstgewässern, Tümpeln und Weihern zu schaffen, wird reiner Ton oder Lehm verkippt.

Solche Sonderstandorte in der Rekultivierung werden vorrangig für die Förderung der Struktur- und Artenvielfalt sowie für den Naturschutz angelegt. Sie bilden sogenannte Hotspots der Biodiversität, da extrem trockene, feuchte oder steile Flächen in unserer heutigen Kulturlandschaft sehr selten geworden sind. Daher findet man besonders an diesen Standorten eine Vielzahl an Arten, die an diese extremen Bedingungen angepasst sind und oftmals auf der Roten Liste stehen.

Vor allem auf der Sophienhöhe sind Sonderstandorte aus tertiärem Sand mit hohen Sulfidgehalten hergestellt worden. Diese Böden sind zumeist extrem nährstoffarm und im Falle der Tertiärmaterialien auch stark sauer. Typischerweise sind diese Sonderstandorte als Sukzessionsflächen ausgewiesen, in denen die weitere Entwicklung des Bewuchses sich selbst überlassen werden soll.

Um die Entwicklung der Flora und Fauna auf solchen Sonderstandorten zu dokumentieren, wurden 2016 Untersuchungen in ausgewählten Sonderbiotopen in der Rekultivierung durchgeführt. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier.

Goldene Aue (Foto: H. Bombelka).
Goldene Aue (Foto: H. Bombelka).
Rückhaltebecken auf der Sophienhöhe (Foto: A. Keller).
Rückhaltebecken auf der Sophienhöhe (Foto: A. Keller).
Kleinstgewässer (Foto: Forschungsstelle Rekultvierung).
Kleinstgewässer (Foto: Forschungsstelle Rekultvierung).
Steilufer an der Inde (Foto: K. Görgen).
Steilufer an der Inde (Foto: K. Görgen).
Höller Horn (Foto: K. Görgen).
Höller Horn (Foto: K. Görgen).