Ringelwürmer

Zum Stamm der Ringelwürmer unterteilt sich in die Klassen der überwiegend marinen Vielborster (Polychaeta) und der Gürtelwürmer (Clitellata), die meist im Süßwasser oder an Land leben. Zu den Clitellata gehören die Ordnungen der Egel (Hirudinea) und der Wenigborster (Oligochaeta), die sich in die Enchytraeidae und die bekannten Regenwürmer (Lumbricidae) gliedern. Hierher gehören auch noch eine ganze Reihe von Familien meist im Süßwasser lebender „Würmer“, beispielsweise die vielen als Fischfutter bekannten Tubifex (Tubificidae) und die ebenfalls aquatisch lebenden Lumbriculidae, Aelosomatideae und Naididae.

Die Egel kommen in Deutschland mit etwa 18 Arten vor, die Artenvielfalt der Enchytraeiden ist nicht genau bekannt. Die vorwiegend an der Bodenoberfläche lebenden Regenwürmer sind mit etwa 24 Arten in Deutschland beschrieben. Sie bewohnen bevorzugt Laubwälder, einige leben sogar amphibisch an Gewässerufern (Topp 1981). Manche Arten können allerdings einen enorm hohen Wasserverlust ertragen: Sie ziehen sich während Trockenphasen in tiefere Bodenschichten zurück und rollen sich kugelig in mit Schleim ausgekleideten Hohlräumen auf.

Regenwürmer ernähren sich von wenig zersetztem organischem Abfall und beginnen das Material in den Boden einzuarbeiten. Im Boden lebende Arten nehmen stärker zersetzte organische Stoffe und Bodenpartikel auf. Der Regenwurmkot besteht aus organischem Material und Bodenmaterial: diese "organo-mineralischen Komplexe" sind eine wichtige Grundlage für eine stabile Bodenstruktur und die Nährstoffversorgung der Pflanzen. Regenwürmer können hohe Besiedlungsdichten erreichen und stellen einen wesentlichen Teil der Biomasse im Boden. Durch ihre grabende Lebensweise fördern sie die Wasserdurchlässigkeit und Belüftung des Bodens (Topp 1981). In frischen Laubwäldern mit günstigen pH-Werten sind sie entscheidend für den Abbau der Laubstreu. Auch auf landwirtschaftlich genutzten Böden wirken Regenwürmer günstig auf die Ertragsfähigkeit: die Förderung einer aktiven individuenreichen Regenwurmfauna ist daher ein wichtiges Ziel der nachhaltigen Landwirtschaft.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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