Schnecken und Muscheln

Artenlisten Schnecken sind mit über 100 000 Arten weltweit die artenreichste Gruppe der Weichtiere. Sie sind durch einen gut entwickelten Fuß und ursprünglich ein gewundenes Gehäuse gekennzeichnet, das sich aber bei einem Teil der Arten sekundär in der Form verändert oder, wie bei den Nacktschnecken, komplett zurückgebildet hat.

Schnecken sind zum Teil Meeresbewohner, zum Teil besiedeln sie Süßwasser- aber auch Landlebensräume. Systematisch teilt man die Gastropoden in Vorderkiemer (vorwiegend marin), Hinterkiemer (ausschließlich marin) und Lungenschnecken ein. Die einzelnen Landschneckenarten bevorzugen oft bestimmte Nahrungsquellen, ausgesprochene Nahrungsspezialisten sind allerdings selten (Tappert 1996).

Das heimische Artenspektrum der Schnecken ist überschaubar, ihre Lebensraumansprüche sind vergleichsweise gut bekannt. Dieser Tiergruppe wird, wegen ihrer Bindung an bestimmte Substrateigenschaften und das Mikroklima der Habitate sowie dem Vorhandensein stenöker - also hoch spezialisierter - Arten, eine gute Eignung als Indikator für ökologische Wertigkeiten von Biotopen zugesprochen (Colling 1992). Zudem sind sie aufgrund ihrer geringen Beweglichkeit hervorragend geeignete Indikatoren für die Konstanz von Lebensräumen (Plachter et al. 2002). Dies alles sind Voraussetzungen dafür, dass die Gruppe im Rahmen von zoologischen Freilanduntersuchungen sowohl von terrestrischen als auch von aquatischen Lebensräumen wichtige Informationen über Lebensräume liefern kann. Eine Ansprache der Arten im Gelände ist allerdings nur in begrenztem Umfang möglich, wodurch sich der Aufwand für die Bestimmungen erhöht. In Deutschland sind 228 terrestrische sowie 73 limnische Schneckenarten bekannt (Stand 1994, vgl. Jungbluth & Knorre 1995).

Die ebenfalls zu den Weichtieren zählenden Muscheln sind durch zwei Schalenklappen gekennzeichnet, die am oberen Rand gelenkig verbunden sind. Die einheimischen Süßwassermuscheln leben als Filtrierer in Fließ- und Stillgewässern. Sie sind dort überwiegend stationär, können aber mit Hilfe ihres Fußes über kürzere Strecken kriechen, z. B. bei ungünstigen Lebensbedingungen. Einige Fließgewässer-Arten sind empfindlich gegen Gewässerverschmutzung und daher stark gefährdet. Auch Muscheln wird aufgrund ihrer spezifischen Ansprüche und Lebensweisen – geringe Beweglichkeit, hohe Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen – eine gute Indikatorfunktion für Gewässerlebensräume zugewiesen (vgl. Plachter et al. 2002). Das Artenspektrum ist weniger reichhaltig: Muscheln sind mit insgesamt 32 Arten in Deutschland vertreten.

Schnecken und Muscheln kommen in Deutschland insgesamt mit 333 Arten vor (Stand 1994, vgl. Jungbluth & Knorre 1995). In NRW sind 200 Weichtierarten (ohne eingewanderte und eingeschleppte Arten) bekannt (Stand 1998, Ant & Jungbluth 1999).

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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