Springschwänze

Collembolen gehören zu den Urinsekten (Apterygota), die zwar als insektentypische Merkmale u.a. die Segmentierung und Dreiteilung des Körpers, Antennen sowie sechs Laufbeine aufweisen; sie sind allerdings primär flügellos. Innerhalb der Urinsekten stellen die Springschwänze eine Ordnung dar, die als gemeinsames Merkmal eine Springgabel (Furca) am Abdomen aufweist.

Lebensraumansprüche

Collembolen besiedeln Habitate mit hoher Luftfeuchtigkeit, so die Bodenstreu und Hohlräume der oberen Bodenschichten. Vereinzelt leben sie auch an Pilzen, Baumstämmen, in Höhlen, Ameisennestern, auf höheren Pflanzen, Wasserflächen und in Häusern. In Abhängigkeit von den besiedelten Lebensräumen sind bestimmte Anpassungserscheinungen zu beobachten, so z. B. die Rückbildung von Augen, Pigmenten, Sprunggabel und weiteren Körperanhängen bei Arten, die im Boden leben. Collembolen fressen vor allem Algen, Bakterien, Pilze, Pollen und modernde Pflanzen- und Tierteile. Weiterhin benagen einige Vertreter auch junge Sämlinge und Pflänzchen.

Bedeutung für ökologische Untersuchungen in der Rekultivierung

Weltweit sind etwa 6.000 Springschwanz-Arten bekannt, davon 2.000 in Mitteleuropa. Springschwänze erreichen in geeigneten Habitaten hohe Individuendichten. Ihnen wird eine hohe Bedeutung für den Abbau organischer Stoffe und die Humusbildung zugewiesen. So spielen sie z. B. bei der Zersetzung von Moospolstern der Gesteinsflächen und Dünen eine wichtige Rolle und tragen hier zur Bodenbildung bei (Topp 1981). Die Tiergruppe kann daher bei bodenökologischen Untersuchungen wichtige Erkenntnisse liefern. Der Wissensstand zur Ökologie und Verbreitung der einzelnen Arten ist aber noch sehr lückenhaft. Nicht zuletzt diese Tatsache hat bisher die Erstellung einer Roten Liste für diese Gruppe verhindert.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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