Tausendfüßler

Die nicht zu den Insekten zählenden Doppelfüßer sind in Deutschland mit 6 Ordnungen und etwa 150 Arten vertreten (Hopkin & Read 1992, Voigtländer 1992). Sie sind durch Doppelsegmente gekennzeichnet, die jeweils zwei Beinpaare und zwei Stigmenpaare tragen, die also durch Verschmelzung von zwei Segmenten entstanden sind. Der Körperbau ist teils zylindrisch, so bei den Schnurfüßern (Julidae), teils durch seitliche Verbreiterung der Rückenplatten auch bandförmig (Bandfüßer, Polydesmidae) oder asselartig (Saftkugler, Glomeridae).

Die meisten Diplopoden-Arten findet man an mäßig feuchten Orten, z. B. in Wäldern unter der Rinde von Baumstümpfen oder im Falllaub. Sie können auch trockenere Orte, z. B. Säume, besiedeln, wo sie sich aber meist unter Steinen aufhalten. Doppelfüßer ernähren sich überwiegend von pflanzlichem abgestorbenem Material, wobei wahrscheinlich die darauf lebenden Bakterien und Pilze wichtige Nahrungsbestandteile darstellen.

Als Streuzersetzer spielen Doppelfüßer eine bedeutende Rolle, die besonders in basenreichen Waldböden möglicherweise nur noch von Regenwürmern und Enchyträen übertroffen wird (vgl. Schaefer 1990). In trockenen, sandigen Böden, wo Regenwürmer selten sind, können Doppelfüßer sogar die wichtigsten Streuzersetzer innerhalb der Makrofauna sein (Dunger 1983).

Im Rahmen freilandbiologischer Erfassungen werden Diplopoden insbesondere bei Untersuchungen der Bodenfauna häufig mitbearbeitet.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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