Vögel

Weltweit sind etwa 9.000 Vogelarten beschrieben worden, von denen etwa 282 als regelmäßige Brutvögel (nach Bauer und Berthold 1996) auch in Mitteleuropa vorkommen. Die Vögel dürften neben den wirtschaftlich bedeutsamen Säugetieren (Haustiere und Wild) die wohl am besten untersuchte Tiergruppe überhaupt darstellen. Dies ist schon an der großen Zahl von Ornithologen abzulesen, die sich regelmäßig mit Vogelbeobachtungen beschäftigen.

Bedeutung als Bioindikator

In Mitteleuropa existiert wohl keine Vogelart, bei der über bevorzugte Nahrung, (strukturelle) Voraussetzung für die Wahl des Lebensraums und des Nistplatzes, Verhalten, Entwicklung usw. noch nennenswerte Wissenslücken vorhanden sind. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für einen Bioindikator oder -deskriptor bereits erfüllt. Vögel werden daher auch häufig als Indikatoren in der Landschaftsplanung eingesetzt (Steiof 1983, Trautner 1992). Der extrem gute Kenntnisstand zu den Ansprüchen an ihre Habitate, der Bedeutung bestimmter struktureller Eigenschaften, zum Vorkommen von Teillebensräumen, der Konstanz von Lebensräumen sowie zur Störungsempfindlichkeit der unterschiedlichen Vogelarten sowie die hohe Anzahl von ornithologisch geübten Bearbeitern und die gute Erfassbarkeit machen Vögel zur unentbehrlichsten Tiergruppe für faunistische Erhebungen im Rahmen umweltrelevanter Vorhaben überhaupt (vgl. Plachter et al. 2002).

Landschaftsstrukturen und deren Bedeutung

Voraussetzung für die Besiedlung von Lebensräumen durch unterschiedliche Vogelarten ist zunächst die Struktur der verschiedenen Landschaftselemente. So kommen viele Arten nur in Wäldern, andere dagegen nur im Offenland vor. Einige Arten integrieren unterschiedliche Landschaftsbestandteile in ihren Lebensraum. So ist z. B. der Mäusebussard für die Wahl des Brutplatzes an Bäume, für die Nahrungssuche jedoch an reich strukturiertes Offenland gebunden. Durch die Untersuchung von Vögeln konnten auch wichtige Zusammenhänge zwischen der Lebensraumfragmentierung und dem Artenrückgang geklärt werden. Einige Arten sind auf großflächige Lebensräume angewiesen. Eine Unterbrechung oder Verkleinerung solcher Habitate führt bei solchen Arten schnell zu einem deutlichen Populationsrückgang oder sogar zum völligen Verschwinden.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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Braunkehlchen (Foto: N. Wolf).