Wanzen

Etwa 1.100 bis 1.200 Wanzenarten besiedeln die verschiedenen Lebensräume Mitteleuropas. Davon kommen zwischen 800 und 900 Arten auch in der Bundesrepublik Deutschland vor (Wachmann 1989, , Günther & Schuster 1990). Im Gegensatz zu den traditionell gut untersuchten Käfern und Schmetterlingen zählen die Wanzen eher zu den wenig beachteten Tiergruppen. Dabei erreichen sie eine Formen- und Farbenvielfalt, die im Reich der Tiere ihresgleichen sucht.

Wanzen zählen zu den hemimetabolen Insekten. Sie durchlaufen eine Entwicklung ohne Puppenstadium, wobei sich Larven und Imagines von Häutung zu Häutung immer ähnlicher werden. Die Nahrung ist artspezifisch recht unterschiedlich. Einige Arten saugen an Pflanzen, wobei es zu einer starken Spezialisierung auf einzelne Arten oder Artengruppen kommen kann. Eine ganze Reihe von Arten lebt räuberisch.

Die vergleichsweise geringe wissenschaftliche Beschäftigung mit Wanzen hat dazu geführt, dass auch heute noch eine ganze Reihe von Wissenslücken über die Lebensweise der einzelnen Arten bestehen, z. B. bezüglich der Überwinterungsstrategien, Eiablage, Paarung u. v. a. Aspekte. Dennoch sind über die Heteroptera sowohl aus zurückliegenden als auch aus aktuellen Arbeiten genügend Kenntnisse zusammengetragen worden, um den Zustand eines Lebensraumes anhand der dort nachgewiesen Wanzenarten zu beurteilen. Hinzu kommt, dass ihre z. T. hohe Spezialisierung auf bestimmte Pflanzenarten als Nahrungsgrundlage oder Eiablageplatz auch die Untersuchung kleiner Biotope (z. B. Feldraine) ermöglicht, da sie selbst dort in hoher Artenzahl nachgewiesen werden können. Das entwicklungsabhängige Auftreten einzelner Arten erlaubt zudem Rückschlüsse auf die Nutzung unterschiedlicher Habitate (vgl. Albrecht 1997). Aus den genannten Gründen sind Heteropteren auch für die Untersuchung rekultivierter Flächen bestens geeignet.

Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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