Zweiflügler

Kennzeichnend für die Gruppe der Diptera (Zweiflügler) ist das zu Schwingkölbchen (Halteren) umgebildete zweite Flügelpaar. Dies unterscheidet die Fliegen (Unterordnung Brachycera) und Mücken (Unterordnung Nematocera) von anderen fliegenden Insekten wie den Eintagsfliegen, Schlammfliegen u.v.a.

Mit weit über 100.000 Arten weltweit und einer ebenfalls vergleichsweise großen Artenzahl in Mitteleuropa sind die Zweiflügler neben den Schmetterlingen und Käfern eine der artenreichsten Gruppen. Alleine in Deutschland kommen annähernd 10.000 Dipteren-Arten aus etwa 100 Familien vor, davon ca. 3.500 Mücken-Arten und ca. 5.500 Fliegen-Arten. (vgl. Günther et al. 1989, Schumann 1992, BfN 2002)

Larve, Puppe, Imago

Dipteren zählen zu den holometabolen Insekten, d.h. sie durchlaufen eine Entwicklung, in der sich die Larven erst über die Puppe zum ausgewachsenen Insekt umwandeln. Die äußerlichen Differenzen zwischen Imago (erwachsenem Tier) und Larve bedingen auch eine meist sehr unterschiedliche Lebensweise. Larven können sowohl im Wasser als auch an Land vorkommen. Artenreichtum und Formenvielfalt sowohl der Imagines als auch der Larven bedingen dabei, dass Dipteren die unterschiedlichsten Lebensräume erobert haben. Man findet sie sogar in heißen Quellen und Schmelzwässern, aber auch in Petroleumtümpeln, Jauchegruben sowie als Ekto- und Endoparasiten.

Bioindikation kaum erforscht

Der erwähnte Formenreichtum, die Artenfülle und die Tatsache, dass Dipteren praktisch überall zu finden sind und viele ökologische Nischen besetzten, bedingt, dass diese Tiergruppe im Freiland in großer Arten- und Individuenzahl angetroffen wird. Als Problem erweist sich jedoch die komplizierte Bestimmung der verschiedenen Arten sowie die relativ schlechte Kenntnis ihrer Biologie. Dies führt dazu, dass die Dipteren im Gegensatz zu vielen anderen Insektengruppen (z.B. Libellen, Tagfalter, Heuschrecken) in freilandökologischen Untersuchungen entweder nicht erfasst oder aber nur bis zur Gattung oder Familie bestimmt werden. Da ihre indikatorische Bedeutung kaum erforscht ist, finden sie in der Literatur zur Bioindikation mit Hilfe von Tierarten oder Tierartengruppen (z.B. Reck 1990, Plachter et al. 2002) auch kaum Erwähnung.

Hier werden die Zweiflügler nicht alle in einem Kapitel behandelt: die Schwebfliegen haben ein eigenes Kapitel erhalten. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass letztgenannte vergleichsweise häufig untersucht worden sind und zudem ein deutlich detaillierteres Wissen über die Entwicklung und Lebensraumansprüche der einzelnen Arten vorliegt.


Die folgende Artenliste basiert auf dem Buch „Tiere und Pflanzen in der Rekultivierung - Beobachtungen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier“, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Es ist als PDF in der Rubrik Downloads verfügbar. Funde, die in den Artenlisten des Buches aufgeführt werden, sind mit einem Kreuz (x) gekennzeichnet. Funde und Meldungen nach 2005 sind mit der entsprechenden Jahreszahl versehen. Die Quellenangaben sind jeweils unter der Artenliste in einem Quellenverzeichnis aufgeführt.

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