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Sensationsfund in der Rekultivierung Garzweiler: Seltene Amphibienart wurde wiederentdeckt

Eigentlich wollten Henning Walther und Gregor Eßer von der Forschungsstelle Rekultivierung gemeinsam mit befreundeten Biologen aus der Region (Olaf Diestelhorst und Dr. Mathias Schindler) nur Wildbienen in der Rekultivierung Garzweiler untersuchen als sie plötzlich einen ganz besonderen Lurch in einem Kleingewässer entdeckten. Den Fachleuten war gleich klar, dass es sich hierbei um die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke handelt.

Mündliche Hinweise auf das Vorkommen dieser Art in der Rekultivierung bei Grevenbroich gab es letztmals vor über 10 Jahren, verlässliche Belege fehlten jedoch. Daher galt die Art in der Region lange Zeit als verschollen. Bis nun der sensationelle Wiederfund das Herz der Ökologen höher schlagen ließ!

Die Gelbbauchunke ist eine sogenannte Pionierart, die ruderale, fast steppenartige Strukturen mit vielen Kleingewässern wie Pützen und wassergefüllten Reifenspuren benötigt. Daher profitiert die Gelbbauchunke von den Pionierstandorten in der Rekultivierung ebenso wie von den Naturschutzmaßnahmen, die RWE seit Jahren für die ebenfalls stark gefährdeten Amphibienarten Kreuz- und Wechselkröte durchführt.

Fasziniert vom ersten Wiederfund erhöhten die Ökologen der Forschungsstelle ihre nächtlichen Untersuchungen im Bereich der rekultivierten Feuchtgebiete. Schnell wurde klar, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfund handelt. In verschiedenen Kleingewässern lässt sich bei Dämmerung und nach Sonnenuntergang das typische Hup-Geräusch der Gelbbauchunke vernehmen. Die Experten gehen von einer kleinen bis mittleren, aber auf jeden Fall stabilen Populationsgröße aus.

Die Gelbbauchunke ist nicht nur äußerst selten, sie ist auch ein faszinierend schönes Tier. Dies zeigt sich schon beim Blick in die herzförmigen Pupillen dieser Art. Und die eindrucksvolle gelbe Färbung auf der Bauchseite schützt die Tiere nicht nur als Warnfarbe vor Feinden, sondern ermöglicht den Biologen auch eine eindeutige Bestimmung der Tiere. Denn das Muster ist bei jedem Tier einzigartig – so wie die Fingerabdrücke des Menschen.

Der Fund der Gelbbauchunke dokumentiert einmal mehr die ökologische Bedeutung der Rekultivierung für die Artenvielfalt in der Region. Wir von der Forschungsstelle werden die Entwicklung der Gelbbauchunken daher in Zukunft sehr genau untersuchen und mit geeigneten Maßnahmen fördern.