Unser Highlight 21

Orchideen kennen Sie nur als exotische Pflanzen im Blumentopf aus dem Kaufhaus? Dann werden Sie von der heimischen wildwachsenden Orchideen-Vielfalt im Revier überrascht sein!

Insgesamt 18 Arten kommen in der Rekultivierung vor und gedeihen dort prächtig. Warum das so ist? Orchideen sind anspruchsvolle Pflanzen – überdüngte Böden mit zu hohem Stickstoffgehalt mögen sie gar nicht. Früher gab es deshalb nur 2 Arten in der Region. Durch den Tagebau wurde der Untergrund einmal „auf links gedreht“ und bei der Rekultivierung Löss bzw. Forstkies aufgetragen, der kalkreicher und nährstoffärmer ist als das Ursprungssubstrat. Dadurch konnten sich in der Rekultivierung geeignete Orchideenstandorte entwickeln. Auch die Orchidee des Jahres 2020, das Breitblättrige Knabenkraut, kommt in der Rekultivierung im Rheinland vor.

Breitblättriges Knabenkraut (Foto: HJ. Bolzek)
Breitblättriges Knabenkraut (Foto: HJ. Bolzek)
Wilde Orchideenwiese in der Rekultivierung (Foto: HJ. Bolzek)
Wilde Orchideenwiese in der Rekultivierung (Foto: HJ. Bolzek)
Pyramiden-Hundswurz (Foto: O. Tillmanns)
Pyramiden-Hundswurz (Foto: O. Tillmanns)
Wilde Orchideenwiese in der Rekultivierung (Foto: K. Görgen)
Wilde Orchideenwiese in der Rekultivierung (Foto: K. Görgen)
Bienenragwurz (Foto: HJ. Bolzek)
Bienenragwurz (Foto: HJ. Bolzek)
Breitblättrige Stängelwurz (Foto: A. Reiche)
Breitblättrige Stängelwurz (Foto: A. Reiche)

Orchideen in der Rekultivierung waren auch das Schwerpunktthema beim diesjährigen Jahrestreffen des "Bundesvorstand Arbeitskreis heimischer Orchideen Deutschland“ in Arnstadt (Thüringen). Hier wurde insbesondere die Bedeutung von Sekundärbiotopen für die heimischen Orchideen betrachtet. Dabei wurde deutlich, dass Konversionsflächen und Rekultivierungen einen ganz besonderen Reiz für diese Artengruppe aufweisen. Um die Orchideen auch in Zukunft weiter zu fördern, haben daher Susanne Lasch und Gregor Eßer gemeinsam mit dem Leiter der Produktion des Tagebaus Garzweiler, Herrn Göddertz, geeignete Materialien für zukünftige Naturschutzflächen ausgesucht. Nährstoffarme Sande werden dabei beispielsweise die optimale Grundlage für artenreiche und orchideenreiche Wiesen in der Rekultivierung Garzweiler bilden. Auch schon jetzt kann man die Orchideen zu tausenden in der Rekultivierung bestaunen: In Garzweiler kommen mittlerweile wilde Orchideenwiesen mit bis zu 1000 Pflanzen einer einzelnen Art vor! Ein Meer aus lila Blüten!