Ringelnatter

Nachweis 2016

2016 konnte in den Rekultivierungsgebieten des Rheinischen Braunkohlenreviers erstmalig die Ringelnatter nachgewiesen werden. In diesem Frühjahr wurde die Forschungsstelle Rekultivierung von Uwe Michel aus Weisweiler darüber informiert, dass er bereits im Jahr 2012 die erste Ringelnatter an der rekultivierten Inde beobachten konnte. Seither gelangen ihm sowie dem Jülich-Kirchberger Tierfotografen Franz Kirstein kontinuierlich bis heute weitere Sichtungen dieser seltenen und scheuen Art.

Neuer Lebensraum in der Rekultivierung

Die Ringelnatter hat die Uferbereiche der rekultivierten Inde besiedelt. Sie lebt als Wassernatter in Gewässernähe und ernährt sich überwiegend von Amphibien. Darüber hinaus ist sie auf ein Biotopmosaik angewiesen, dass ihr Versteckmöglichkeiten, Sonnenplätze, Überwinterungsquartiere und Eiablageplätze bietet. Die Ringelnatter ist also eine Art, die die Naturnähe und Vielgestaltigkeit von Gewässern und ihren Ufern anzeigt.
Die Ringelnatter gilt in der Niederrheinischen Bucht als vom Aussterben bedroht. Gründe hierfür sind vor allem im Verlust ihrer Lebensräume zu suchen. Insbesondere die Entwässerung von Feuchtgebieten und die Regulierung der Fließgewässer haben zu einem starken Bestandsrückgang geführt.

Die neue Inde

Die rekultivierte Inde ist dadurch entstanden, dass das alte Flussbett für den Tagebau Inden räumlich verlegt werden musste. Der so entstandene, etwa 12 km lange Flussabschnitt ersetzt einen etwa 5 km langen begradigten Abschnitt des Gewässers zwischen Lamersdorf und Kirchberg. Der neu angelegten Inde wurde, ganz im Gegensatz zum alten Flussbett, ein natürlicher Verlauf zugestanden. Es entstand eine zwischen 70 und 300 m breite Aue, in der sich das Gewässer frei mäandrierend entfalten kann.

Die starke Hochwasserdynamik lässt Steilwände, Kies- und Sandbänke, Pfützen und Tümpel entstehen – ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von Ringelnattern. Bereits kurz nach der Umleitung der Inde in ihr neues Bett im Jahr 2005 wurde eine Ansiedlung der Ringelnatter, ausgehend von den bekannten Vorkommen an der Rur-Inde-Mündung, erwartet. Diese Erwartung hat sich nun bestätigt und unterstreicht das hohe ökologische Potenzial der rekultivierten Indeaue.

Ringelnatter

Foto: F. Kirstein