Fachtagung Exkursion Sophienhöhe

Die 4 ½ stündige Exkursion begann zunächst mit einem Stopp am Aussichtspunkt Terranova. Hier konnten die rd. 30 TeilnehmerInnen einen Blick in den Tagebau werfen bevor die Fahrt weiter auf die Sophienhöhe ging. Neben den forstlich rekultivierten Flächen unterschiedlichen Alters standen insbesondere die folgenden Extremstandorte im Vordergrund der Exkursion.

Blick in den Tagebau Hambach.

Rückhaltebecken Ost:

Dieses ursprünglich als Rückhaltebecken geplante Gewässer befindet sich inmitten der ältesten forstlich rekultivierten Flächen auf der Sophienhöhe. Die Röhrichtzone ist strukturell abwechslungsreich und artenreich. Neben zahlreichen Vogelarten ist der Springfrosch hier mit einer besonders großen Population anzutreffen. Nachdem in 2016 der Eisvogel erstmals am Gewässer kartiert wurde, wurde in diesem Jahr eine Eisvogelwand aufgebaut, um dem Tier aufgrund fehlender natürlicher Steilufer eine Nistmöglichkeit zu bieten.

Am Rückhaltebecken Ost.

Höller Horn

Das Höller Horn als zweithöchster Punkt der Sophienhöhe stellt einen weiteren Extremstandort der Rekultivierung dar. Hiervon konnten sich die ExkursionsteilnehmerInnen bei einer Wanderung über die Fläche überzeugen. Während die angrenzenden Flächen gleichen Alters dicht mit Wald bewachsen sind, weist die im Jahr 1990 vorwiegend mit tertiären Sanden verkippte Fläche nur einen geringen Bewuchs auf, was auf den niedrigen pH-Wert des Bodens zurückzuführen ist. Für die Biodiversität hat die Fläche jedoch eine hohe Bedeutung, stellt sie doch einen Lebensraum für zahlreiche Reptilien-, Vogel- und Insektenarten dar, die auf ein Vorkommen solch offener Flächen angewiesen sind.

Höller Horn auf der Sophienhöhe.

50 ha Mulde

Die in den kommenden Jahren auf eine Größe von 50 ha anwachsende Fläche stellt aufgrund ihres offenen Charakters einen weiteren Extremstandort der Rekultivierung dar. In Teilen wird die Fläche mit Ton abgedichtet, so dass hier wechselfeuchte Zonen entstehen können. Das Ausbringen von nährstoffarmen Substraten ermöglicht die Entwicklung von Magerrasen. Durch Mahdgutübertragung aus rekultivierten Flächen in Garzweiler und Inden bzw. die Einsaat von Gras hat sich hier eine blütenreiche Wiese entwickelt mit typischen Arten der Glatthaferwiese und des Kalkmagerrasens, aber auch des mesophilen Wirtschaftsgrünlandes.

Stopp an der zukünftigen 50 ha großen Mulde.

Silikatmagerrasen

Der Sandmagerrasen wurde vor einigen Jahren mit einer speziellen Einsaatmischung angelegt. Der Magerrasen stellt sich als lückiger, blütenreicher Bestand mit großen Rohbodenanteilen dar, der aus einem Mosaik aus Silikatmagerrasen und Silbergrasflur besteht.

Berg-Sandglöckchen und Heidenelke (Foto: S. Janz).

Text: Sandra Janz
© Fotos: K. Görgen