Libellenwanderung im NSG Boisdorfer See 2018

Im Rahmen der Frechener Umweltschutzttage fand am 19. Juli 2018 eine Exkursion rund um das Naturschutzgebiet Boisdorfer See und Fürstenberggraben auf den rekultivierten Flächen des ehemaligen Tagebaus Frechen statt. Mit der Forschungsstellenmitarbeiterin Stephanie Scheffler wanderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst zum Nordufer des Sees und lernten auf dem Weg dahin allerlei über die Geschichte des Tagebaus und die Standortvielfalt im heutigen Naturschutzgebiet.

Nach der Hälfte der Strecke übernahmen die Libellenexperten Heide Gospodinova und Willi Wünsch die Exkursionsführung. Nach einen kurzen Einblick in die Welt der begnadeten Flugkünstler begab man sich gemeinsam auf die Suche nach den Tieren am Seeufer. Das sonnige Wetter machte zwar allen etwas zu schaffen, sorgte aber für eine hohe Aktivität bei den Libellen, die beim Jagen, bei der Paarung und der Eiablage beobachtet werden konnten. Neben verschiedenen Kleinlibellen fanden sich zahlreiche Individuen vom Großen Blaupfeil, der Feuerlibelle sowie der Großen und der Kleinen Königslibelle. Am Ufer entdeckte die Gruppe zudem Exuvien (Larvenhäute) anhand derer Willi Wünsch die Entwicklung und den Schlupf der Libellen erläuterte.

Guter Fang: Heide Gospodinova und Willi Wünsch zeigen der Exkursionsgruppe eine Feuerlibelle und erklären den Aufbau der Tiere.

Im Laufe des Vormittags lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer allerhand über die Lebensweise der faszinierenden Tiere und erhielten Informationen zu deren speziellen Standortansprüchen. Darüber hinaus konnten einige Rätsel um Arten am heimischen Gartenteich gelöst werden.

Auf dem Rückweg zum Wanderparkplatz wurde die Artenliste an den Vorteichen des Boisdorfer Sees noch um den Südlichen Blaupfeil sowie die Gebänderte Prachtlibelle ergänzt. Aufgrund der fortschreitenden Sukzession im Gebiet verschwinden diese Arten jedoch nach und nach. Die Libellenexperten nutzten die Gelegenheit, um die Bedeutung der Biotoppflege hervorzuheben und erklärten wie wichtig offene Uferbereiche für die Förderung der Libellenvielfalt sind. Mit etwas Verspätung erreichte die Gruppe nach ca. 3,5 Stunden den Ausgangspunkt der Exkursion und machte sich mit vielen neuen Erkenntnissen im Gepäck auf den Heimweg.

Eindrücke der Libellenexkursion.