Vogelsafaris in der Rekultivierung 2019

Schon mal was von Blaukehlchen, Kornweihen, Steinschmätzern und Saatkrähen gehört?

Beim Vortrag über die Vogelvielfalt auf der Königshovener Höhe wurde gestaunt, was alles in der Rekultivierung herumfliegt! Der Umweltschutzbeauftragte und Tierfotograf Norbert Wolf hat uns seine schönsten Aufnahmen von den nahezu 150 Vogelarten gezeigt, die auf der Königshovener Höhe und im Tagebau Garzweiler als Brutvögel, Durchzieher oder Wintergäste festgestellt wurden – von seltenen Arten, die als ausgestorben galten, bis hin zu Arten, die man dort eigentlich nicht vermutet hätte.
Einer der wohl seltensten Brutvögel in Deutschland ist die Kornweihe (Circus cyaneus). Hier auf der Königshovener Höhe kann man oft mehrere dieser schönen Greifvögel als Wintergäste beobachten.
Die Sumpfohreule (Asio flammeus) galt gemäß den Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in NRW als Brutvogel seit 1982 als ausgestorben. Seit 2016 konnte auf den Luzernefeldern in der Rekultivierung Garzweiler erstmalig wieder eine Brut nachgewiesen werden.
Der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) fühlt sich auf den Brachflächen und Steinhaufen in der jungen Rekultivierung und im Tagebau sehr wohl. In ganz NRW gibt es geschätzt nur noch 10-20 Brutpaare von der Art - 8 Paare wurden in der Rekultivierung Königshovener Höhe und im Tagebau Garzweiler nachgewiesen.
Gerade aktuell im Frühjahr 2019 konnte eine weitere neue Brutvogelart nachgewiesen werden, die Saatkrähe (Corvus frugilegus). Erstaunlich ist die Ansiedlung dieses Koloniebrüters mit gleich 21 Nestern!
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben mag, die Königshovener Höhe bietet sogar Raum für Watvögel, wie hier den brütenden Flussregenpfeifer (Charadrius Dubius) am Rande des dortigen Absetzbeckens.
Verschiedene Feldvögel wie Feldlerche, Grauammer, Schafstelze, Rebhuhn und Wachtel finden günstige Ansiedlungsbedingungen in der Rekultivierung. Insbesondere die großen Luzerneflächen während der Zwischenbewirtschaftung haben dabei eine große Bedeutung.
Eigentlich fast unglaublich hinsichtlich des reinen Ackerlebensraumes war die Beobachtung eines Fischadlers (Pandion haliaetus) auf der Königshovener Höhe! Mitten auf einem Acker saß er im Spätsommer und fraß dort einen Fisch, wo auch immer dieser herkam!
Greifvögel haben mit Rabenvögeln eine nahezu angeborene Feindschaft. Oftmals kann man die Kämpfe in der Luft beobachten. Die Kornweihen (hier ein weibliches Tier) sind dabei sehr wendige Flugkünstler.
Dass die Feldvögel in Deutschland leider immer weiter zurückgehen, ist allgemein bekannt, weshalb es uns besonders freut, dass die Maßnahmen in der Rekultivierung der Vogelvielfalt zugutekommen und diese fördern.

Vogelvielfalt auf der Königshovener Höhe (Fotos: N. Wolf und M. Gutmann)

Mit dem Experten auf Vogelsafari in der Rekultivierung

Nach dem tollen Vortrag hatten sich dann zur Vogelsafari mit Norbert Wolf auf der Königshovener Höhe viele Vogelbegeisterte eingefunden. Mit einem vollen Bus ging es durch die Rekultivierung Garzweiler, wo sich auf den großen landwirtschaftlichen Flächen viele Feldvögel wie Grauammern und Feldlerchen tummelten. Die großen unzersiedelten Flächen der landwirtschaftlichen Rekultivierung eigenen sich als Lebensraum für viele Feldvögel, die man auf der Safari auch oft zu Gesicht bekommen hat. Als besonderes Highlight konnte der seltene Steinschmätzer beobachtet und fleißig fotografiert werden.

Vogelsafari in der Rekultivierung Garzweiler (Fotos: H. Walther)